Studie belegt wirtschaftliche Effekte des Wassertourismus Berlin-Brandenburg

Kanal zwischen Senftenberger und Geierswalder See
© Andreas Franke
Kanal zwischen Senftenberger und Geierswalder See

Der Wassertourismus, allen voran der Bootstourismus, hat sich zu einem bedeutenden touristischen Angebotssegment entwickelt - insbesondere in Brandenburg und Berlin als Teil des größten vernetzten Wassersportrevieres Europas. Die Zahl der Wassersportanlagen und der wassertouristischer Anbieter ist rasant gewachsen. Bislang lagen weder Daten zur wassertouristischen Nachfrage noch Aussagen zum Marktvolumen und daraus resultierenden wirtschaftlichen Effekten vor. Die Studie schaffte Abhilfe.


Hintergrund der Studie

In der Wahrnehmung von Öffentlichkeit und Politik wird der Wassertourismus noch zu wenig als Wirtschaftsfaktor wahrgenommen. Mit Blick auf die vom Bund angestrebte Reform der Bundeswasserstraßen und des zunehmenden Drucks zur Beschränkung und Regulierung des Wassertourismus aus Naturschutzinteressen ist es wichtig, die wirtschaftlichen Effekte zu belegen, um die Branche zu stärken.

Die Industrie- und Handelskammern Berlin und Brandenburg hatten gemeinsam mit dem Wirtschaftsverband Wassersport, der Messe Berlin "Boot & Fun" und dem Ministerium für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg eine Studie in Auftrag gegeben. Das Tourismusberatungsbüro Project M in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Westküste wurde mit der Durchführung der Studie beauftragt. Der Projektzeitraum erstreckte sich von Mai 2014 bis Mai 2015. Die Befragungen der Anbieter fanden im Sommer 2014 und Herbst/Winter 2015 statt.


Studienergebnisse

Die Studie stellt branchenrelevante Strukturen dar und erfasst die wassertouristischen Marktpotenziale des Bootstourismus. Die Anbieter der Branche erhalten valide Daten zu Kosten- und Betriebsstrukturen. Darüber hinaus wurden die wirtschaftlichen Effekte der Branche nachfrage- und angebotsseitig ermittelt. Daraufhin werden Perspektiven und Herausforderungen des Wassertourismus in Brandenburg und Berlin aufgezeigt.

Es wird deutlich: Der Wassertourismus leistet einen wesentlichen Beitrag zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung der Länder, der erforderliche öffentliche Ausgaben, die Unterhaltung der Wasserstraßen und notwendige Neuinvestitionen rechtfertigt. Diese Untersuchung ist zukunftsweisend für ganz Deutschland.

Für branchenangehörige Unternehmen bietet die Studie valide Daten zu Kosten- und Betriebsstrukturen, die als Grundlage für zukünftiges, wirtschaftliches Handeln hinzu gezogen werden können.


Resolution der ostdeutschen Kammern für die Wasserstraßen

Die Studienergebnisse nahmen die Industrie- und Handelskammern Ostdeutschlands und weitere 19 Partner zum Anlass, eine gemeinsame Resolution an die parlamentarische Staatssekretärin Dorothee Bär im Bundesverkehrsministerium am 8. September 2015 zu übergeben. Die Resolution untermauert die Forderungen nach dringend notwendigen Investitionen an den touristischen Wasserstraßen. Brücken, Schleusen und Uferstrände sind in keinem guten Zustand und müssen dringend instand gesetzt werden. Der Erlass zum Investitionsstopp an Wasserstraßen des Bundesverkehrsministeriums hemmt die weiter Entwicklung. Hierzu sind die ostdeutschen IHKs im Dialog mit dem Ministerium, um das Wassertourismuskonzept zu überarbeiten. 

Ansprechpartner

Claudia Brüschle
Kompetenzfeld: Unternehmen begleiten
Schwerpunktthema: Tourismus
t: 0355 365 1403
f: 0355 36526 1403
claudia.brueschle@cottbus.ihk.de