„Zukunftspreis Brandenburg“ 2023 verliehen

Die BOSIG Baukunststoffe GmbH aus Elsterwerda hat zusammen mit 5 anderen Unternehmen den Zukunftspreis Brandenburg gewonnen.
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Die BOSIG Baukunststoffe GmbH aus Elsterwerda hat zusammen mit 5 anderen Unternehmen den Zukunftspreis Brandenburg gewonnen.

Sechs Unternehmen wurden am heutigen Freitagabend mit dem wichtigsten Wirtschaftspreis des Landes, dem „Zukunftspreis Brandenburg“ 2023, ausgezeichnet. Sie überzeugten die hochkarätig besetzte 16-köpfige Jury von ihren besonderen Leistungen für die brandenburgische Wirtschaft. Brandenburgs Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke gratulierte den Gewinnern im Holiday Inn Berlin Airport Conference Centre in Schönefeld.

Kein anderer Preis steht für die Vielfalt der kleinen und mittleren Unternehmen wie der 2004 ins Leben gerufene Wettbewerb der Industrie- und Handelskammern und der Handwerkskammern. Das zeigen die diesjährigen Gewinner. Sie produzieren und liefern Spezialgläser und außergewöhnliche Fliesen, sie lassen Wohnhäuser leicht erscheinen und sichern diese gegen Blitz- und Einbruchsgefahren, sie erzeugen Wärme aus Eis und verwerten Abfälle zu neuen Produkten. Sie eint die Leidenschaft für Unternehmertum und Verbundenheit zur Heimat mit ihren Menschen.

Die Preisträger erwirtschafteten im Jahr 2022 einen Umsatz von mehr als 73 Millionen Euro. Sie beschäftigen rund 530 Frauen und Männer und bilden über 45 junge Menschen aus. In mehreren Runden setzten sich die Gewinner in einem enorm schwierigen Umfeld gegen insgesamt 104 Bewerber durch. Das waren so viele, wie seit 2016 nicht mehr.

Der Zukunftspreis Brandenburg würdigt besondere unternehmerische Leistungen. Und damit Beispiele, die Mut machen: kreative, aktive und innovative Unternehmerinnen und Unternehmer, die auch in schwierigen Zeiten die Ärmel hochkrempeln und in die Zukunft investieren.

Ministerpräsident Woidke: „Die Preisträger entwickeln zukunftsweisende Produkte und Verfahren, bieten ganz besonders gute Berufsausbildungen an oder machen mit einer außergewöhnlichen Unternehmensführung auf sich aufmerksam. Ich freue mich, dass der Zukunftspreis seit vielen Jahren das richtige Format bietet, um diese ganz besonderen Unternehmerinnen und Unternehmer aus Brandenburg ins Rampenlicht zu holen. Ohne sie gäbe es keine Lösungen für unsere Probleme, keine innovativen Produkte, keine praktischen Impulse. Sie übernehmen Verantwortung. Sie gestalten Zukunft – dafür danke ich ihnen.

Es ist unseren tatkräftigen Unternehmerinnen und Unternehmern zu verdanken, dass sich die brandenburgische Wirtschaft bemerkenswert entwickelt hat. 2022 hatten wir sogar das höchste Wirtschaftswachstum unter den deutschen Flächenländern. Mit Beständigkeit und Streben nach Exzellenz bringen unsere Unternehmerinnen und Unternehmer unsere Wirtschaft und Gesellschaft voran.“

Die Gewinner „Zukunftspreis Brandenburg“ 2023 sind:

Helmut Magdeburg GmbH aus Oranienburg
Der Spezialist für Elektro- und Blitzschutzanlagen überzeugt sowohl mit seinem starken Umsatz- als auch Personalwachstum. Die Zahl der Azubis hat sich in den letzten vier Jahr mehr als verdoppelt. Diese Entwicklung ist nicht zuletzt auch dem Angebot des Azubi-Austausches und der Azubi-Lehrfahrten zu verdanken. Das Leitbild "Geben und Nehmen" äußert sich in der starken Mitarbeiterorientierung. Von Beginn an war es das Ziel des Unternehmens, handwerkliche Begeisterung in einer generationenübergreifenden, überregionalen Gemeinschaft mit familiären Wurzeln zu leben. Diese Vision ließ die Helmut Magdeburg GmbH zu einem Vorbild in der Branche werden. Der Handwerksbetrieb bietet dabei alles aus einer Hand. Von der Planung über Ausführung, Revision und Service.1982 wurde das Unternehmen durch Herrn Helmut Magdeburg als Blitzschutzdienstleister gegründet. Mehr als 70 Mitarbeiter sind im Betrieb beschäftigt.

Tinglev Elementfabrik GmbH aus Altlandsberg
Tinglev steht für das Leichtgewicht der Massivhäuser. Von der Planung und Beratung über die Fertigung, Fracht und Montage. Im Werk werden Bauteile vorgefertigt, die dann auf der Baustelle nur noch aufgesetzt werden. Mit beeindruckender Kreativität und technologischer Expertise hat es das Unternehmen geschafft, sich in der Branche als Vorreiter zu etablieren. In der globalisierten Welt hält das familiengeführte, mittelständische Unternehmen seit 20 Jahren dagegen. In den letzten Jahren wurde der CO2-Verbrauch um mehr als 13 Prozent gesenkt. Die Beschäftigten arbeiten stetig daran, Materialeinsatz, Abläufe und Ressourcen zu optimieren. Als einer der größten Arbeitgeber im Landkreis Märkisch-Oderland investiert Tinglev in die Ausbildung eigener Fachkräfte, unter denen sich untypisch für die Baubranche zunehmend auch Frauen befinden. Durch gezielte Maßnahmen und Initiativen wie das Arbeiten mit Exoskelett wird eine positive Arbeitsumgebung geschaffen, die das Engagement und die Motivation der Mitarbeiter stärkt.

Gas Neumann Versorgungstechnik GmbH aus Bestensee
120 Jahre erfolgreiche Familientradition in vierter Generation: Alexander Neumann ist ein Unternehmer, der für seine Branche brennt, der eine beeindruckende Entwicklung bei Umsätzen und Mitarbeiterzahlen nachweisen kann und Jugendlichen eine Chance gibt. In dem Ausbildungsunternehmen steckt eine hohe Innovationskraft. So wurde in diesem Jahr ein neuartiges Bauprojekt mit einem riesigen Eisspeicher umgesetzt. Dabei wird Energie aus gefrierendem Wasser gezogen, die dann Wärmepumpen speist. Mehr als 30 Eigenheime werden so mit Wärme versorgt. Die Gewerbeanmeldung des Unternehmens geht zurück auf eine vom Kaiser unterschriebene Urkunde zum Betreiben der Gaslaternen in Altberlin. So ein Erbe kann auch manchmal eine Last sein. Bei Neumanns ist das nicht so. Jeder Inhaber setzte über die Jahre seine eigenen Akzente und sicherte so den Erfolg der Firma. Alexander Neumann zum Beispiel legt großen Wert auf die Aus- und Weiterbildung und auf die Bindung der eigenen Fachkräfte. Dazu gehören viele Maßnahmen wie die kostenlose Nutzung eines Azubimobils, die Finanzierung des Führerscheins, Zuschüsse für Bus- und Bahntickets, Urlaubs- und Weihnachtsgeld und regelmäßige Weiterbildungen.

TILSE GmbH aus Nennhausen OT Liepe
TILSE beeindruckt in vielfältiger Hinsicht und zeigt als Hidden-Champion, was mit dem Material Glas möglich ist. Das Unternehmen konzentriert sich mit seinen Produkten und Dienstleistungen auf den maritimen Sektor und produziert einzigartige Sicherheitsverbundgläser, die insbesondere in Yachten eingebaut werden. Hier hat sich die Firma an die Weltmarktspitze gearbeitet. Alles kommt aus einer Hand: Digitales Aufmaß vor Ort, Design und Produktion der individuellen Planen oder gebogenen Scheiben und weltweiter Einbau. Was die Tilse GmbH ganz besonders auszeichnet, ist nicht nur die Technologie, sondern die Hingabe zum Detail und das Streben nach Perfektion. Jedes Stück Sicherheitsverbundglas wird mit Präzision und Leidenschaft gefertigt, und das Ergebnis ist nicht nur ein Produkt, sondern ein Kunstwerk, das die Eleganz und den Luxus in der Yachting-Welt unterstreicht. Seit 20 Jahren wächst der Betrieb am Standort im Havelland. Einen großen Wert legt man auf die Qualifizierung der Mitarbeiter, die Ausbildung junger Menschen und die Unterstützung lokaler Sportvereine und Einrichtungen.

GOLEM – Kunst und Baukeramik GmbH aus Jacobsdorf OT Sieversdorf
Gründer Tomas Grzimek formte ein Unternehmen, ohne das die Mehrzahl der Restaurierungen brandenburgischer Kirchen so nicht denkbar gewesen wäre. Stellte GOLEM in den 90er-Jahren überwiegend Ziegel nach mühsam rekonstruierten „Originalrezepten“ her, verlagerte sich die Produktion hin zu handgefertigten Fliesen aus der Gründerzeit und die Restauration historischer Gebäude. Heute ist das Unternehmen europa- und weltweit das einzige Unternehmen, das Fliesen dieser Epochen originalgetreu herstellt und eine breite Produktpalette anbietet. Ob im Kopenhagener Hauptbahnhof, den Hackeschen Höfen in Berlin, im Londoner Kaufhaus Harrods, in Wiener oder Prager Kirchen oder New Yorker Hochhäusern - überall sind Produkte von GOLEM zu finden. Durch seine Arbeit und Innovationskraft hat der Handwerksbetrieb einen entscheidenden Teil zum Erhalt hunderter großartiger Baudenkmäler in Brandenburg, Europa und der Welt beigetragen.

BOSIG Baukunststoffe GmbH aus Elsterwerda
Das Unternehmen produziert seit über 45 Jahren innovative Systemlösungen für Industrie, Handwerk und Bau. Es setzt auf innovative Dämmtechniken und betreibt eine eigene Entwicklungsabteilung. Aus einem Zwei-Mann-Betrieb entwickelte sich im ländlichen Raum ein erfolgreicher Mittelständler, bedeutender Arbeitgeber und ein wichtiger Player der regionalen Kreislaufwirtschaft. BOSIG produziert einen Funktionswerkstoff aus Reststoffen der Polyurethanschaum-Industrie, die Phonotherm-Platte. Jährlich werden über 8.000 Tonnen Reststoffe zu neuen Platten mit einem Lebenszyklus von mehr als 50 Jahren hergestellt. Diese Reststoffe müssten ansonsten in Müllverbrennungsanlagen verbracht werden oder deponiert werden. Das ist schlecht für die Umwelt. Sämtliche anfallenden Produktionsreste (Randabschnitte, Schleifstaub, Fehlplatten) werden bei BOSIG wieder zu 100 Prozent in den Produktionsprozess zurückgeführt, somit fallen bei BOSIG keine Abfälle an.

  

Hintergrund:

Zu den Unterstützern und Partnern des wichtigsten Wirtschaftspreises in Brandenburg zählen die sechs Wirtschaftskammern – IHKs und HWKs – sowie namhafte Institutionen und Unternehmen wie die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB), die Wirtschaftsförderung Land Brandenburg GmbH (WFBB), die Deutsche Bank, die Bürgschaftsbank Brandenburg, die EWE AG sowie die Agenturen für Arbeit Eberswalde, Frankfurt (Oder), Potsdam und Neuruppin. Medienpartner sind die drei brandenburgischen Regionalzeitungen „Märkische Oderzeitung“, „Märkische Allgemeine Zeitung“ und „Lausitzer Rundschau“ sowie der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB).

Ausführliche Informationen gibt es unter www.zukunftspreis-brandenburg.de, auf facebook.com/zukunftspreis und auf instagram.com/zukunftspreisbrandenburg

 

 

Ansprechpartner

Janine Mahler
Leitung Stabstelle Kommunikation
Pressearbeit
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