Infozentrum zum Strukturwandel am Cottbuser Bahnhof eröffnet

Oberbürgermeister Kelch bei der Eröffnung des Infozentrums
© Stadt Cottbus/Chóśebuz
Oberbürgermeister Kelch bei der Eröffnung des Infozentrums

Cottbus/Chóśebuz, 18. März 2022 | Ab sofort können sich Bürgerinnen und Bürger in einem neuen Infozentrum am Hauptbahnhof Cottbus über den Strukturwandel in der Lausitz informieren.

Auf 150 Quadratmetern präsentieren das Land Brandenburg, die Stadt Cottbus/Chóśebuz und die Deutsche Bahn (DB) die verschiedenen Projekte und Maßnahmen, die der Region eine Perspektive nach dem Kohleausstieg geben. Dazu gehört das neue Instandhaltungswerk der DB für ICE-4-Züge, das bereits ab 2024 in Betrieb geht.

Eröffnet wurde der Pavillon von Prof. Dr. Jörg Steinbach, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Energie des Landes Brandenburg, Holger Kelch, Oberbürgermeister der Stadt Cottbus und Dr. Daniela Gerd tom Markotten, Vorständin Digitalisierung und Technik der Deutschen Bahn. Das Infozentrum wird zu einem Großteil aus Bundesmitteln des Investitionsgesetzes Kohleregionen gefördert. Beteiligt sind außerdem das Land Brandenburg und die Stadt Cottbus/Chóśebuz. Den Betrieb übernehmen die Stadt und die DB.

Für Besucherinnen und Besucher ist das moderne Gebäude aus Stahl-Holz-Modulen ab Mittwoch, 23. März, offen, ab dann jeweils von Dienstag bis Samstag von 12 bis 19 Uhr. Zu sehen sind Projekte aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen, die den Strukturwandel in Brandenburg befördern.

Auf Monitoren erhalten die Gäste kompakte Informationen zu den Vorhaben, den Akteuren und den Visionen rund um den Strukturwandel in der Lausitz, etwa dem neuen Werk der DB.

Es wird dargestellt, warum die Wasserstofftankstelle in Cottbus gefördert wird und was das Kompetenzzentrum Klimaschutz in energieintensiven Industrien (KEI) ist. Auch finden sich etwa Zahlen und Fakten zum Bildungszentrum Elbe-Elster und dem Leistungszentrum Lausitz. Das Zentrum ist mit zeitgemäßer Kommunikationstechnik ausgestattet und bietet Platz für Veranstaltungen. Dort starten künftig auch Führungen über die Baustelle des neuen Instandhaltungswerks der DB ganz in der Nähe des Bahnhofs.

Prof. Dr. Jörg Steinbach, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Energie des Landes Brandenburg: „Mit dem Infopavillon erhält die Strukturentwicklung in der Lausitz ein ,Gesicht‘ an zentraler Stelle, Bürgerinnen und Bürger können mit regionalen Akteuren ins Gespräch kommen. Das ist wichtig, um die Akzeptanz für die Projekte weiter zu steigern, die den Strukturwandel ausmachen. Von dem Pavillon erhoffe ich mir auch, dass interessierten jungen Menschen Zukunftsperspektiven aufgezeigt werden – so dass sie hier in der Lausitz ihre Berufslaufbahn planen können. Zudem wünschen wir uns, dass auch Menschen aus anderen Regionen hierherziehen und gute Arbeit finden. Die Vorzüge der Lausitz sichtbar zu machen, ist ein wichtiger Baustein dafür.“

Holger Kelch, Oberbürgermeister der Stadt Cottbus/Chóśebuz: „Unser Hauptbahnhof wächst jetzt in gewisser Weise zu einem ersten Mittelpunkt des städtischen Lebens. Er ist der Mittelpunkt des Willkommens. Das hat Gründe: Auf der einen Seite ist da das Ankunftszentrum, das wir eingerichtet haben, seit Russland die Ukraine angegriffen hat. Die Eröffnung des Infozentrums auf der anderen Seite ist einer dieser schönen Momente in solch beklemmenden Tagen. Wir kommen mit den Grundlagen für den Strukturwandel gut voran. Das gibt Zuversicht für die kommende Zeit. Und doch ist immer wieder festzuhalten: ohne Frieden sind all diese Bemühungen nichts wert. Es ist Zeit, sich eigener Stärken und auch eigener Ressourcen wieder stärker bewusst zu werden. Das kann, nein, das muss der Strukturwandel leisten. Und wir müssen den Kohleausstieg unter den Gesichtspunkten dieses Krieges bewerten – zumindest sollte der Kompromiss 2038 nicht infrage gestellt werden. Das kann neben dem Ausbau erneuerbarer Energien beitragen, uns ein Stück aus der Abhängigkeit von russischen Rohstoffen zu befreien.“

Dr. Daniela Gerd tom Markotten, Vorständin Digitalisierung und Technik der Deutschen Bahn AG: „Wir bauen in Cottbus das modernste Instandhaltungswerk für unsere ICE-Flotte. Damit schaffen wir nicht nur viele neue Arbeitsplätze in der Lausitz, sondern sorgen dafür, mehr Verkehr auf die Schiene zu verlagern. Das Infozentrum zeigt, warum die Bahn dieses neue Werk braucht, was wir dort geschehen wird und wie Stadt und Region davon profitieren. Wir freuen uns auf den Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern!“

Das neue Werk Cottbus

Die DB baut in Cottbus ein neues Instandhaltungswerk, in dem vor allem ICE-4-Züge gewartet werden. Insgesamt entstehen durch das neue Werk 1.200 neue hochqualifizierte Industriearbeitsplätze.

Bis 2024 errichtet die DB zunächst eine zweigleisige Halle. Später folgt eine weitere Halle mit vier Gleisen, diese soll 2026 fertig sein. Derzeit erhält die DB alle drei Wochen einen neuen ICE 4. Die Flotte umfasst aktuell mehr als 80 Züge. Ende 2024 sollen in ganz Deutschland 137 ICE 4 im Einsatz sein. Mehr Infos zum neuen Werk Cottbus: https://www.db-neueswerkcottbus.com/

Das neue Werk wird auf Basis des Investitionsgesetzes Kohleregionen finanziert. Vorgesehen sind daraus Investitionen in Höhe von 1 Mrd. Euro. Mit diesem Gesetz unterstützen Bund und Länder die vom Kohleausstieg betroffenen Regionen in Brandenburg, im Freistaat Sachsen, in Sachsen-Anhalt und in Nordrhein-Westfalen beim Aufbau zukunftsfähiger Arbeitsplätze und neuer Wirtschaftsstrukturen.

Ansprechpartner

Jens Krause
Generalmanager
Leitung Stabstelle Strukturwandel/Infrastruktur und Verkehr
Sprecher: Wasserstoffnetzwerk Lausitz DurcH2atmen / Wirtschaftsverkehrsnetzwerk Lausitz / Strukturwandelwerkstatt Infrastruktur und Mobilität
t: +49(0)355 365 1100
f: +49(0)355 3659 1100
jens.krause@cottbus.ihk.de