Brandenburger Betriebe stärker betroffen als der Bundesdurchschnitt

Krieg in der Ukraine. Besonders Brandenburger Unternehmen sind betroffen von den Folgen des Krieges.
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Krieg in der Ukraine. Besonders Brandenburger Unternehmen sind betroffen von den Folgen des Krieges.

23.03.2022 | Acht von zehn Brandenburger Betrieben spüren die Folgen des Krieges in der Ukraine. Das ist ein Ergebnis aus einer IHK-Blitzumfrage zu den Folgen des russischen Angriffs.

Betroffenheit Brandenburg 1

Rund 16 Prozent der Unternehmen berichten von einer direkten Beeinträchtigung ihrer Geschäfte durch Sanktionen und Gegensanktionen. Weitere zwei Drittel spüren indirekte Auswirkungen wie steigende Preise und Störungen in der Lieferkette. Damit sind brandenburgische Betriebe stärker betroffen als der Bundesdurchschnitt.   

„Fast 90 Prozent unserer Unternehmen geben an, dass sie die Belastung insbesondere bei den steigenden Energiekosten spüren oder sie mit einer solchen Entwicklung rechnen. Auch höhere Preise für Rohstoffe und Vorleistungen bereiten zwei Drittel der Betriebe Kopfzerbrechen. Mehr als die Hälfte der Unternehmen berichtet von Störungen in der Lieferkette und der Logistik”, sagt Carsten Christ, Präsident der IHK Ostbrandenburg als Sprecher für die Landesarbeitsgemeinschaft der Brandenburgischen IHKs.  “Deshalb richtet die Brandenburger Wirtschaft den Appell an die Politik, alles zu unternehmen, um den Frieden in Europa wieder herzustellen”, so Carsten Christ. „Dazu zählt jetzt, den unzähligen Geflüchteten mit offenen Armen Schutz zu bieten und ihnen bei der Verarbeitung des Erlebten zu helfen. Hierbei kann das Land auf die regionale Wirtschaft zählen.”  

Auswirkung Brandenburg 3

Nennenswert sind der Verlust von Geschäftspartnern (30 Prozent), die Zunahme von Handelshemmnissen (16 Prozent) sowie eine deutlich schlechtere Finanzlage (12 Prozent). Vor dem Hintergrund dieser gravierenden Auswirkungen reagieren die Betriebe mit verschiedenen Maßnahmen.

Ergriffene Massahmen Brandenburg 6

Der Großteil von ihnen (70 Prozent) gibt die Kostensteigerungen an seine Kunden weiter. Die Verbraucherpreise werden daher in absehbarer Zeit weiter zunehmen. Eine Reduzierung von Investitionen sowie eine intensivere Nutzung Erneuerbarer Energien planen 33 bzw. 28 Prozent der Unternehmen. Vor allem der verstärkte Einsatz der Erneuerbaren Energien erhält in Brandenburg ein höheres Gewicht als im Bundesdurchschnitt (21 Prozent). Eine größere Bedeutung kommt außerdem einer verstärkten Lagerhaltung (26 Prozent), Änderungen im Personaleinsatz (23 Prozent) sowie der Suche nach neuen Lieferanten zu (22 Prozent).  

Die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) ist eine Kooperation der drei Industrie- und Handelskammern im Land Brandenburg. Sie vertritt die Interessen von etwa 157.000 Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen. 

Welche Maßnahmen sich südbrandenburger Unternehmen wünschen

Die Betroffenheit der Unternehmen ist besonders groß. Welche Ideen und Forderungen dabei entstehen, spiegeln stichprobenartige Aussagen südbrandenburger Unternehmen wider. 

Schnelle unbürokratische Hilfe aller Beteiligten. Der Staat profitiert durch den Steueranteil überdurchschnittlich an den Preissteigerungen, hier sollten alle Beteiligten schnellst möglich entlastet werden. Weiterhin sollte der Druck auf Russland sofort auf das maximale hochgefahren werden. Anderenfalls sehe ich eine Verschleppung der Situation mit lange anhaltendem hohen Preisniveau.

Unterstützung des Aufbau von europäischen Industriezweigen, die nach Osteuropa und Asien ausgelagert wurden.

Schnelle zinslose Darlehen für die Investition in erneuerbare Energien. Sofortiger Wegfall der EEG und anderer Energiepreis erhöhender Maßnahmen.

Senkung von Steuern und Abgaben für Unternehmen und Bürokratieabbau, nicht nur Fokus auf Soziales, Endlich nachhaltige Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Unternehmern mit entsprechenden Freiheiten eigenverantwortlich zu handeln

Es bedarf in der aktuellen, bisher noch nicht erlebten Situation eines Schutzschirmes für die Energieversorgung (Erzeugung, Netzbetrieb und Handel), um die Versorgungsicherheit zu gewährleisten. Ein Ausfall der Energieversorgung (Elektrizität, Erdgas, Wärme) bzw. die Folgen davon bedürfen an sich keiner näheren Erläuterung.

Ansprechpartner

Susanne Kwapulinski
Geschäftsbereich: Innovation und Nachhaltigkeit
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