IHK-Konjunkturumfrage Südbrandenburg

Leichte Erholung in Südbrandenburgs Wirtschaft

Lage SüdBB Herbst 2020

Geschäftslage:

40 Prozent der befragten Betriebe aller Branchen bewerten ihre Geschäftslage mit gut. Der Saldo aus positiven und negativen Bewertungen ist vom Sommer von 12 auf 25 Prozentpunkte gestiegen.

Die Industrie verzeichnet bei den Auslandsgeschäften erhebliche Verluste, die nur durch einen stabilen Inlandsabsatz etwas ausgeglichen werden konnten. Das Dienstleistungsgewerbe, bisher der Wachstumstreiber für die regionale Wirtschaft, hat spürbar an Kraft verloren. Der Handel konnte in den vergangen Monaten zwar ein wenig aufholen, dennoch fürchten vor allem viele kleine Facheinzelhändler weiterhin um ihre Existenz. Hauptsächlich dem Baugewerbe ist es zu verdanken, dass Südbrandenburgs Wirtschaft noch ganz gut aufgestellt ist. Auftragsbücher waren gut gefüllt und bescherten der Branche gute Umsätze. 

 Erwartungen SüdBB Herbst 2020

Geschäftserwartungen:

Der Saldo aus positiven und negativen Erwartungen liegt bei -15 Prozentpunkten. In Anbetracht aktuell steigender Corona-Zahlen wird sich die Unsicherheit bei den Unternehmen erhöhen. Die größte Skepsis hegen Unternehmen im Baugewerbe, die mit einem deutlichen Nachfragerückgang sowohl im privaten als auch im gewerblichen Sektor rechnen. Betriebe gehen davon aus, dass die Ausgabebereitschaft der Verbraucher sinkt und die öffentliche Hand weniger Geld bereitstellt. Der Handel befürchtet, dass die schärferen Schutzmaßnahmen die Konsumfreude der Verbraucher dämpft. Hinzu kommt die Angst vor Jobverlust bzw. geringere Einkommen. Zuversichtlicher sind die Dienstleister und Industriebetriebe.

Geschäftsrisiken:

Das größte Risiko sehen die Unternehmen aktuell für ihren Inlandsabsatz, dicht gefolgt von Sorgen um ausreichend Fachkräfte, die Entwicklung wirtschaftspolitischer Rahmenbedingungen und höhere Arbeitskosten. 

Auswertung nach Branchen

Industrie - Lage stabil

Die Industrie berichtet in der Mehrheit von einer guten bzw. befriedigenden Geschäftslage. Dazu beigetragen hat vor allem die noch stabile Inlandsabfrage. Das Auslandsgeschäft ist hingegen stark geschrumpft. Bei 59 Prozent der exportorientierten Unternehmen sind die Ausfuhren zurückgegangen. Obwohl die Industrie etwas zuversichtlicher in die Zukunft blickt, rechnet die Mehrheit nicht mit einer kurzfristigen Entspannung der Krisensituation. Dennoch gehen die exportorientierten Betriebe von einer langsamen Wiederbelebung ihrer Geschäfte aus. Die Investitionsbereitschaft ist relativ hoch und die Beschäftigung bleibt auf gleichem Niveau.

Baugewerbe - Verhaltene Erwartungen

Das Baugewerbe ist die einzige Branche, die in den letzten Monaten einen erfolgreichen Geschäftsverlauf verzeichnen konnte. Im Zeitraum Januar bis Juli ist der Umsatz insgesamt zum Vorjahr um 4,7 Prozent gestiegen. 59 Prozent der Betriebe bewerten ihre aktuelle Lage mit gut. Doch langsam leeren sich die Auftragsbücher. 25 Prozent der Befragten verzeichnen eine abnehmende Nachfrage in allen Bausparten. Vor diesem Hintergrund gehen 39 Prozent der Betriebe von einer Verschlechterung der Geschäfte aus. Die Mehrheit wird ihren Personalbestand aber dennoch beibehalten, da die Branche weiterhin stark vom Fachkräftemangel betroffen ist.

Handel - Kurzes Aufatmen

Im Handel hat sich die aktuelle Lage entspannt. Der Einzelhandel hat von der Konsumfreude der Verbraucher profitiert und der Großhandel von der dadurch bedingten höheren Nachfrage. Auch wenn die letzten Monate ganz gut liefen, sind die Verluste in der Branche erheblich. Bei 42 Prozent der Händler sind die Umsätze zurückgegangen. Vor allem der stationäre Handel hatte beträchtliche Einbußen. Die Erwartungen der Branche sind sehr zurückhaltend. Steigende Corona-Infektionen, einhergehende Einschränkungen und die Zukunftsangst der Verbraucher werden sich hemmend auf den Konsum auswirken. 

Dienstleistungsgewerbe - Geringeres Wachstum

Die Wachstumsdynamik im Dienstleistungsgewerbe hat sich abgeschwächt. Durch die gesamtwirtschaftliche Stagnation sind bei den unternehmensnahen Dienstleistern und dem Verkehrsgewerbe die Auftragseingänge zurückgegangen. Bei den privatbezogenen Dienstleistern ist die Stimmung geteilt: ein Teil profitiert von der Krise, andere spüren keine Auswirkungen und einige sind stark eingeschränkt in ihrer Geschäftstätigkeit. Zum Befragungszeitpunkt ging die Mehrzahl der Dienstleister von einem besseren bzw. gleichbleibenden Geschäftsverlauf aus. Allerdings könnten die Hoffnungen schnell wieder versiegen, wenn sich die Lage verschärft. 

Auswertung nach Landkreisen

Konjunktur Herbst 2020 Landkreise

Zur Pressemitteilung der IHK Cottbus vom 27.10.2020

Ansprechpartner

Susanne Kwapulinski
Kompetenzfeld: Zukunft gestalten
Schwerpunktthema: Business Monitoring
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