IHK-Konjunkturumfrage Südbrandenburg

Die Einflüsse der Corona-Pandemie sind weiterhin spürbar..
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Die Einflüsse der Corona-Pandemie sind weiterhin spürbar..

Überblick:

Regelmäßig werden Betriebe aus den Branchen Industrie, Bau, Handel und Dienstleistungen zu ihrer Geschäftslage und ihren Erwartungen befragt. Die ausführliche Branchenauswertung finden Sie nebenstehend als Download.

Risiken überschatten wirtschaftlichen Erholungskurs

Das Geschäftsklima der Gesamtwirtschaft in Südbrandenburg hat sich gegenüber der Frühjahrsumfrage spürbar verbessert. 90 Prozent der von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus befragten Unternehmen bewerten ihre Geschäftslage mit gut bzw. befriedigend.

„Auch wenn wiederkehrende Konsum- und Genussfreude inbesondere den Handel und das Gastgewerbe aufatmen ließen, bleiben die Verluste in diesen und anderen Branchen wie der Veranstaltungswirtschaft noch schmerzhaft, sie konnten bei weitem nicht ausgeglichen werden. Vor allem für das Gastgewerbe hätten die Geschäfte mit ausreichend Personal noch besser laufen können“, sagt IHK-Präsident Jens Warnken.

Geschäftslage – Wirtschaft auf Erholungskurs

Das Stimmungsbild bei den Südbrandenburger Unternehmen hat sich in den vergangenen Monaten deutlich aufgehellt. Der Saldo aus positiven und negativen Bewertungen hat sich von plus 13 Prozentpunkte im Frühjahr auf aktuell 33 Prozentpunkte erhöht. Allerdings basieren die Bewertungen auf einem geringen Ausgangsniveau. Die Verluste in einigen Branchen konnten bei weitem nicht ausgeglichen werden. Der Handel und das Gastgewerbe konnten aber aufatmen.

Die Konsumbereitschaft der Verbraucher ist hoch und bescherte den Unternehmen dringend benötigte  Einnahmen. Das Baugewerbe profitiert von der hohen Nachfrage sowohl im gewerblichen als auch im privaten Sektor. Die Dynamik hat sich jedoch abgeschwächt. Die Industrie ist mit ihrer Lage zufrieden, obwohl die Entwicklung bedingt durch Lieferengpässe und hohe Rohstoffpreise etwas verhaltener verlief als erhofft. Positiv ist, dass die Auslandsgeschäfte wieder zugenommen haben. Die Dienstleister sind wieder fast auf dem Niveau vor der Corona-Krise.

Geschäftserwartungen – Verhaltene Erwartungen 

Die IHK-Unternehmen sehen optimistischer in die Zukunft als noch im Frühjahr. Der Saldo aus positiven und negativen Erwartungen hat sich von minus 25 Prozentpunkte auf minus sechs Prozentpunkte

verringert. Allerdings ist die Unsicherheit weiterhin groß. Fehlende Fachkräfte und enorm steigende Preise für Rohstoffe und Energie werden als größte Risiken angesehen. Hinzu kommen Lieferengpässe und Materialknappheit, von denen vor allem die Industrie und das Baugewerbe betroffen sind. Durch die  steigende Inflationsrate befürchten konsumnahe Dienstleister und Händler eine abnehmende Kaufbereitschaft der Verbraucher. Ein weiteres Risiko für die Unternehmen sind die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Hierbei spielen die künftigen Entscheidungen der neuen Bundesregierung eine große Rolle. Trotz aller Unsicherheiten ist die Investitionsbereitschaft hoch. Damit signalisieren die  Unternehmen, dass sie mit einem wirtschaftlichen Aufwärtstrend rechnen.

Konjunkturbericht Herbst 2021 1

Entwicklung nach Branchen

Industrie

Die Industrieunternehmen bewerteten ihre Lage in der Mehrheit mit gut bzw. befriedigend. Positive Impulse gibt es vor allem von den Vorleistungsgüterproduzenten im Bereich der chemischen Industrie und der Herstellung von Papier und Pappe. Auch die Auslandsnachfrage ist gestiegen. Beeinträchtigt wurde die Entwicklung allerdings durch Zuliefererprobleme, hohe Energie- und Materialpreise sowie durch den Fachkräftemangel. Dies sind auch die Hauptgründe für die verhaltenen Wachstumsaussichten. Jedoch weisen die spürbar erhöhten Investitionsabsichten auf einen Aufwärtstrend hin.

Bau

Vom Baugewerbe wird die Geschäftslage weiterhin mit gut eingeschätzt, allerdings nicht mehr auf dem Niveau der letzten drei Jahre. Gleichwohl ist der Umsatz im Baugewerbe im Zeitraum Januar bis Juli gegenüber dem Vorjahr um 5,7 Prozent gestiegen. Noch verzeichnet die Branche ein hohes Auftragsvolumen. Allerdings berichten 33 Prozent der befragten Betriebe von Auftragsrückgängen, was sich nachteilig auf die Erwartungen auswirkt. Die erheblichen Materialpreiserhöhungen dämpfen die Baunachfrage. Probleme bei der Materialbeschaffung und Personalmangel sind weitere Gründe für die Skepsis.

Handel

Im Handel hat sich die Stimmung nach den Lockerungen spürbar aufgehellt. Alle Sparten konnten sich über eine hohe Konsumbereitschaft der Verbraucher freuen. Allerdings berichten 27 Prozent der Händler von teils erheblichen Eigenkapitalrückgängen. Nur durch den Einsatz eigener Finanzmittel konnten sie die Krise bewältigen. Obwohl die Händler insgesamt bessere Geschäfte erwarten als noch im Frühjahr, ist die Unsicherheit weiterhin groß. Vor allem wird befürchtet, dass die Kaufkraft durch stark steigende Lebenshaltungskosten abnimmt. Fehlende Fachkräfte und hohe Kostenbelastung beunruhigen zusätzlich.

Dienstleistungsgewerbe

Das Dienstleistungsgewerbe hat sich relativ schnell erholt. Hauptsächlich bei den personenbezogenen Dienstleistern hat sich nach Aufhebung der Corona-Beschränkungen die Geschäftslage verbessert. Die unternehmensnahen Bereiche wie z. B. Güterkraftverkehr und IT-Dienstleister berichten weiterhin von einer guten Auftragslage. Die Prognosen der Dienstleister sind im privaten und gewerblichen Sektor zuversichtlich. Getrübt werden sie durch den Fachkräftemangel, wirtschaftliche Einschränkungen aufgrund langer Antragsbearbeitungen und behördlicher Auflagen sowie durch steigende Kosten infolge höherer Energie- und Rohstoffpreise.

Gastgewerbe

Nach wochenlangem Stillstand kehrt in das Gastgewerbe langsam wieder Normalität ein. 92 Prozent der Unternehmen im Gastronomie- und Beherbergungsgewerbe berichten von einer guten bzw. befriedigenden Geschäftslage. Es hätte noch besser laufen können, aber vielen Unternehmen fehlt das Personal. Während der Schließzeiten sind zahlreiche Beschäftigte in andere Branchen abgewandert, die nicht ersetzt werden konnten. Die Geschäftsaussichten sind sehr verhalten. Neben möglichen erneuten Einschränkungen bereiten den Unternehmen die hohen Energiepreise und der Fachkräftemangel Sorgen.

Entwicklung nach Regionen

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Ansprechpartner

Susanne Kwapulinski
Kompetenzfeld: Zukunft gestalten
Schwerpunktthema: Business Monitoring
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