Konjunkturreport Berlin-Brandenburg

Konjunkturreport Berlin-Brandenburg
© IHK Cottbus

Jährlich zu Jahresbeginn veröffentlichen die Berlin-Brandenburger IHKs ihre gemeinsame repräsentative Konjunkturumfrage, die unter mehr als 2100 Unternehmen durchgeführt wird.  

Dämpfer für den Aufschwung

Das konjunkturelle Klima in der Metropolregion kühlt zu Beginn des Jahres ab. Im Vergleich zum vergangenen Herbst sinkt der Konjunkturklimaindex um sechs auf 116 Punkte. Hatte sich die Stimmung in der Wirtschaft seit dem Herbst 2020 von Umfrage zu Umfrage leicht aufgehellt, erfährt diese nun einen Dämpfer. Die Hoffnung auf einen ungebrochenen Erholungstrend, der rasch in einen Aufschwung übergeht, muss zwar nicht aufgegeben, aber aktuell zurückgestellt werden. Die Rückkehr zu einer kräftigen konjunkturellen Dynamik wird kein Selbstläufer sein, da dieser Prozess für strukturelle und politische Einflüsse sehr anfällig ist.

Der konjunkturelle Gegenwind hatte sich im Verlauf des vierten Quartals des zurückliegenden Jahres immer stärker aufgebaut: Die schwer einschätzbaren Folgen der Omikron-Welle und der Maßnahmen zu deren Eindämmung, gepaart mit den offenkundiger werdenden Sekundärfolgen der Pandemie, namentlich der Krise der Lieferketten und dem Mangel an Arbeitskräften sowie den rasant gestiegenen Preisen für Rohstoffe und Energie, haben die wirtschaftliche Dynamik vieler Branchen gebremst, in einigen Fällen sogar verringert.

Erholung legt Pause ein

Die Geschäfte verlieren verglichen zum Herbst etwas an Schwung – der Geschäftslageindikator, errechnet aus positiven und negativen Einschätzungen, notiert bei aktuell 29 Punkten nach 33 im Herbst. Die wirtschaftliche Erholung der letzten zwölf Monate pausiert zu Jahresbeginn.

Indikator der Geschäftslage

Konju JB 2022 Geschäftslage 2015 2022

Zuversicht weicht skeptischen Aussichten

Deuteten die Geschäftserwartungen im Herbst 2021 einen an Kraft gewinnenden Optimismus an, weicht dieser erneut skeptischen Erwartungen. Nur noch vier Punkte zählt der Indikator der Geschäftserwartungen nach zwölf Punkten im Herbst. Damit fällt die Zeitreihe wieder auf das Niveau um die Null-Linie, auf dem sie sich seit dem Herbst 2020 bewegte.

In den Aussichten für die kommenden Monate heben Hoffnungen und Befürchtungen einander auf: die aus Omikron resultierenden Risiken sind nur vage abschätzbar, wenn auch optimistischere Einschätzungen Raum gewinnen; die Lieferschwierigkeiten, Preisanstiegen und Fachkräftemangel geschuldeten Sorgen differieren nur wenig nach Branchen und ihre voraussichtliche Dauer ist aktuell kaum seriös zu schätzen.

Nur im Gastgewerbe wächst die Zuversicht. Der Erwartungsindikator steigt von neun Punkten im Herbst auf 19 Punkte zu Jahresbeginn. Für viele Befragte ist eine weitere Verschlechterung der Lage wohl auch schlicht nicht möglich. Und so bergen die weiter fortschreitenden Impfungen und die Gewissheit des kommenden Frühlings die Hoffnung auf wieder besser, unbeschränkter laufende Geschäfte in sich.

Optimistische und pessimistische Einschätzungen halten sich in der Industrie die Waage. Der Erwartungsindikator zählt null Punkte, nach fünf Punkten im Herbst. Die Aussichten des Sektors sind angesichts steigender Einkaufspreise und fehlender Spezialisten und Fachkräfte eingetrübt, und auch vom Export erwarten weniger Unternehmen als noch im Herbst positive Impulse. Hinzu kommt, dass fast alle Unternehmen von Lieferschwierigkeiten berichten. Nur ein knappes Zehntel der Befragten rechnet damit, dass diese innerhalb des nächsten halben Jahres enden. Im Baugewerbe sinkt der Erwartungsindikator auf -5 Punkte.

Materialmangel und steigende Preise trüben die Erwartungen, und mit Besserung in den nächsten Monaten rechnen die wenigsten der Befragten.

Indikator der Geschäftserwartungen

Konju JB 2022 Geschäftserwartungen 2015 2022

Die komplette Auswertung der Konjunkturumfrage Berlin-Brandenburg lesen Sie im Konjunkturbericht für den Jahresbeginn 2022 (Download im rechten Bereich).

Eine Auswertung für Südbrandenburg finden Sie im Artikel www.cottbus.ihk.de/konjunkturumfrage-suedbrandenburg

Ansprechpartner

Susanne Kwapulinski
Kompetenzfeld: Zukunft gestalten
Schwerpunktthema: Business Monitoring
t: 0355 365 1310
f: 0355 36526 1310
susanne.kwapulinski@cottbus.ihk.de