HyStarter-Projektabschluss: Lausitzer Wasserstoffstrategie steht

Fiktionale Landschaftsaufnahme der Lausitz als Wasserstoffregion
© BMVI / David Borgwadt
Fiktionale Landschaftsaufnahme der Lausitz als Wasserstoffregion

03.09.2021 | HyStarter-Projektteam bestätigt eingeschlagenen Weg und nennt künftige Handlungsschwerpunkte für Wasserstoffregion Lausitz / Bestehendes Netzwerk hofft auf Unterstützung von Land und EU bei Fördermitteln

Welche Rolle Wasserstoff in der zukünftigen Energieregion Lausitz spielen könnte und sollte, das wurde im Rahmen der Fördermaßnahme „HyLand – Wasserstoffregionen in Deutschland“ des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) im Zeitraum 2019-2021 diskutiert. Das HyStarter-Projektkonsortium unter Leitung der Spilett n/t GmbH aus Berlin führte und organisierte den fachlichen Diskurs. In dem Prozess waren 18 Vertreter aus öffentlicher Verwaltung, kommunalen Ver- und Entsorgungsbetrieben, der (Erneuerbaren) Energiebranche, der Standort- und Quartiersentwicklung sowie aus Unternehmen und der Zivilgesellschaft in der Lausitz beteiligt.

Wasserstoff-Roadmap als Arbeitsgrundlage

Im Ergebnis haben sich die Akteure klar zu Wasserstoff als Baustein der zukünftigen Energieregion Lausitz positioniert und eine Wasserstoff-Roadmap erstellt. Sie ist Arbeitsgrundlage für das „Wasserstoffnetzwerk Lausitz DurcH2atmen“, um eine regionale Wasserstoffwirtschaft in den kommenden 24 Monaten in der Region zu initiieren. Darin werden die Rahmenbedingungen, Handlungsfelder, Akteure und Projektideen zum Aufbau einer Wasserstoffregion Lausitz skizziert. Sie gibt konkrete Hinweise auf zu entwickelnde Maßnahmen und Projekte sowie fehlende Akteure und Expertise.

Die Lausitzer Wasserstoffstrategie stützt sich auf 22 Handlungsfelder in vier Themenclustern: regionale H2-Erzeugung, H2-Ready-Infrastrukturen, emissionsfreier Verkehr und grüne Industrie- und Gewerbestandorte. Die dort laufenden Aktivitäten sollen durch die Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen der Lausitz sowie Unternehmen aus den Bereichen Technologieentwicklung und Anlagenbau begleitet werden, um die umgesetzten Konzepte zu validieren, die Wirtschaftlichkeit der Vorhaben und Systemlösungen zu optimieren und eigene Produkte und Anlagen zu demonstrieren.

Gesellschaft soll Lausitz-Projekte entwickeln

„Vorgeschlagen wird, die Projektentwicklung und den Wasserstoffvertrieb durch eine noch zu gründende Gesellschaft zu realisieren, um die in der HyStarter-Phase begonnene interkommunal und branchenübergreifend erfolgreiche Zusammenarbeit bei Projekten auch zukünftig fortzuführen. Insbesondere bei der Erschließung europäischer Fördermittel erwarten die Lausitzer Akteure Unterstützung durch die Landesregierung“, so Nadine Hölzinger von der HyStarter-Projektleitung.

Aber auch aktuell hoffen Mitglieder des „Wasserstoffnetzwerks Lausitz –  DurcH2atmen“ auf Unterstützung der Landesregierung bei der Koordination des Hochlaufs von Wasserstoffbussen und -infrastrukturen im öffentlichen Nahverkehr im Rahmen der zeitnah erwarteten Förderung des BMVI. Denn derzeit stehen regionale Busbetreiber und Landkreise vor der Herausforderung, die Vorgaben des am 2. August 2021 in Kraft getretenen Gesetzes zur Beschaffung sauberer Straßenfahrzeuge umzusetzen, das eine Quote von 45 Prozent an emissionsarmen Fahrzeugen bei Neubeschaffungen vorsieht.

„Wasserstoff wird in erster Linie Perspektiven für die sichere Versorgung der Region mit Strom, Wärme und Kraftstoffen aus klimaneutralen Quellen und Prozessen schaffen und die vorhandene Wirtschaftskraft stärken“, sagt Jens Krause, Sprecher des Wasserstoffnetzwerks Lausitz – DurcH2atmen.

Die Studie offenbart, dass die Lausitz die Chance ergreifen und sich als innovativer Standort für nachhaltige Energieproduktion, Forschung und Entwicklung und Anlagenbau im Bereich der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie überregional und international platzieren sollte, um Unternehmensansiedlungen voranzutreiben. Dabei muss auch die Energieversorgung der zu entwickelnden Standorte (Industrie, Forschung, Tourismus) sowie die zusätzliche Nachfrage nach Personen- und Gütermobilität neu geplant und von Beginn an emissionsfrei aus vornehmlich regionalen Quellen bedient werden.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) fördert im Rahmen des HyStarter-Projekts neun Regionen in Deutschland bei der Entwicklung eines Wasserstoffkonzepts und der Herausbildung eines Akteursnetzwerks vor Ort. Als Teil des HyLand-Programms werden die Regionen mit Mitteln des Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP II) fachlich und strategisch unterstützt. www.hy.land

Weitere Informationen erteilen Nadine Hölzinger, Geschäftsführerin Spilett New Technologies GmbH, Tel.: 0172 8874991 und Jens Krause, Sprecher Wasserstoffnetzwerk Lausitz DurcH2atmen, Tel.: 0151 18236519.
Zusätzlich finden Sie weitere detaillierte Informationen zum Ablauf des Projekts auf der HyStarter-Projektseite der IHK Cottbus.

Interview mit Mario Lehmann zur Wasserstoffstrategie

 

Ansprechpartner

Jens Krause
Generalmanager
Kompetenzfeld: Zukunft gestalten
Schwerpunktthema: Mobilität und Infrastruktur
t: 0355 365 1100
f: 0355 36526 1100
jens.krause@cottbus.ihk.de
Mario Lehmann
Kompetenzfeld: Zukunft gestalten
Schwerpunktthemen: Wasserstoffnetzwerk Lausitz
t: 0355 365 1505
f: 0355 36526 1505
mario.lehmann@cottbus.ihk.de
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