Bahnwerk Cottbus: Erste Ausschreibungen zum Bau gestartet

Einblick in das Instandhaltungs-Werk in Cottbus, welches ab 2023 umgebaut wird.
© Max Lautenschläger
Einblick in das Instandhaltungs-Werk in Cottbus, welches ab 2023 umgebaut wird.

In Cottbus entsteht bis 2026 das modernste Bahnwerk Europas

Die DB Fahrzeuginstandhaltung baut in Cottbus das modernste und umweltfreundlichste Bahn-Instandhaltungswerk in Europa. Über 1.000 neue Industriearbeitsplätze sollen entstehen und 200 Azubis im neuen Bahnwerk ausgebildet werden.
Bis zum Jahr 2026 entstehen am Standort des heutigen Werks Cottbus zahlreiche Anlagen auf dem neuesten Stand der Technik. Geplant sind u.a. ein komplett neu errichteter Fabrikgebäudekomplex zur Wartung der neuesten ICE-Flotte der “4. Generation” und eine Halle zur Umrüstung von Dieselfahrzeugen auf Hybridtechnik mit Elektroantrieb. Als einziger Standort in Deutschland wird das neue Bahnwerk Cottbus ab 2026 Diesel- zu Hybridzügen umrüsten und die Fahrzeuge instand halten. Die Bauarbeiten für den Werksneubau sollen bereits im Jahr 2022 beginnen. Die Baukosten werden mit ca. 1 Milliarde Euro angegeben.

Kammern setzen sich für Beteiligung der regionalen Wirtschaft ein

“Die Beteiligung der regionalen Bauwirtschaft bei der Errichtung des neuen Werkes in Cottbus sind den beiden Wirtschaftskammern besonders wichtig. Eine Einbindung kann aber nur gelingen, wenn die Unternehmer frühzeitig wissen, was genau wann in welchen Baulosen ausgeschrieben ist, so Jens Krause, Generalmanager Mobilität und Infrastruktur in der IHK Cottbus.

Unmittelbar vor dem Start der 1. Ausschreibung am 19. Mai 2021 veranstaltete die IHK daher ein Onlineseminar mit dem DB-Gesamtprojektleiter Thomas Herr. Über 150 Lausitzer Unternehmerinnen und Unternehmer folgten interessiert den sehr konkreten Ausführungen.

Die Fakten: Das Projekt wird in insgesamt 4 Teilprojekten realisiert

  • Teilprojekt 1: Bau Instandhaltungshalle für Elektrische Triebzüge (Halle 1)
  • Teilprojekt 2: Umbau der bestehenden Kompakthalle
  • Teilprojekt 3: Neubau eines Verwaltungs- und Technologiezentrums
  • Teilprojekt 4: Neubau einer weiteren Instandhaltungshalle (Halle 2)

Die zu errichtenden Dimensionen des Bahnwerkes sind beeindruckend. So wird die zu errichtende Halle 1 für die instand zu setzenden ICE-4-Züge eine Länge von ca. 570 Meter haben und eine Breite von 260 Meter. Die zu errichtende Halle 2 hat eine Länge von 440 Metern x 30 Meter und wird 15 Meter hoch. Gebaut werden darüber hinaus auch Gleishallen, Nebenwerkstätten und eine Lackierstraße für komplette ICE-Züge. Darüber hinaus ist ein elfgeschossiger Verwaltungs-Tower geplant.

Vergabepakete „Neues Werk Cottbus“

Die Vergabepakete werden nach ersten Schätzungen einen Wertumfang von bis zu 160 Millionen Euro haben und müssen deshalb Europaweit ausgeschrieben werden.

Folgende Vergabepakete sind gebildet worden:

  • VP 1: Verkehrsanlagen, Tiefbau, bahntechnische Ausrüstung, MS-Versorgung
  • VP 2: Hallenbau, Hochbau
  • VP 3: Ingenieurbau, Gründung, Beton
  • VP 4: technische Gebäudeausrüstung (TGA)
  • VP 5: Logistik

Im Rahmen der konventionellen Vergabe sind folgende Liefer- und Leistungspakete vorgesehen:

  • Leit- und Sicherungstechnik/ Stellwerkstechnik
  • Maschinentechnische Anlagen und Ausstattung des Gesamtwerks
  • digitale Werkssteuerung (inkl. Betriebsführungsrechner etc.)
  • Personenförderanlagen
  • Mehrspannungsversorgung
  • Betriebsstromversorgung
  • Elektrische Zugvorheizanlage

Erste Ausschreibungen veröffentlicht

Am 28. Mai 2021 wurde das 1. Vergabepaket zum Bau des neuen Bahnwerkes auf der EU-Ausschreibungsplattform “ted.europa.eu” mit der Vergabenummer “Bauleistung 277623-2021” veröffentlicht. Gegenstand dieser Vergabe ist ein Auftrag über Beratungs- und Planungsleistungen für die Gewerke Verkehrsanlagen, Erd-/Tiefbau, bahntechnische Ausrüstung (Oberleitung, 50-Hz-Anlagen und Tk-Anlagen) sowie die Mittelspannungsversorgung des Werks. Optional wird die Fortsetzung der Planung sowie Bauausführung vereinbart, diese kann der Auftraggeber gesondert abrufen.

Mittlerweile wurden drei weitere Ausschreibungen auf der EU-Ausschreibungsplattform veröffentlicht:

2. Ausschreibung: VP 2, Hallenbau/Hochbau inkl. Ausbau Werk Cottbus: Bauleistung - 303234-2021

3. Ausschreibung: VP 4: Technische Gebäudeausrüstung Werk Cottbus: Bauleistung - 303230-2021

4. Ausschreibung: Markterkundung zur Planung und Installation der Drehgestellwerkstatt, DB FZI GmbH, Werk Cottbus: Lieferungen - 294959-2021

gegenstand des zweiten Vergabepaketes sind die Beratungs- und Planungsleistungen für Hochbau / Hallenbau für das Tragwerk, Gebäudehülle und den Ausbau.

Gleiches gilt für das vierte Vergabepaket der technischen Gebäudeausrüstung, welches u.a. die Gewerke HKLS, Elektrische Energieanlagen inkl. der Beleuchtungsanlagen und der Notstromversorgung, IT-Anlagen, Telekommunikationsanlagen und die Gebäudeleittechnik umfasst.

Dabei wird in allen veröffentlichen Vergabepaketen optional die Fortsetzung der Planung sowie Bauausführung vereinbart, diese kann der Auftraggeber gesondert abrufen. Die Vergabe von einzelnen Fach- oder Teillosen ist nicht in allen Ausschreibungen vorgesehen.

Konzept zur Nachunternehmerregelung bietet Chancen

“Im Rahmen des jetzt gestarteten Verhandlungsverfahrens mit vorherigem Teilnahmewettbewerb nach der Sektorenverordnung wird erkennbar, dass jedes der ausgeschriebenen Teillose einen sehr hohen Wertumfang hat, welches die maximal mögliche Leistungsgrenze vieler regional mittelständischen Wirtschaftsunternehmen in der Lausitz wahrscheinlich übersteigen wird. Umso wichtiger ist das im Rahmen der DB-Ausschreibung von jedem Bieter zu erstellende und den Angebotsunterlagen beizufügende “Konzept zur Nachunternehmereinbindung“. Schon in dieser frühen Ausschreibungsphase sind durch die Bieter sämtliche vorgesehene Unterauftragnehmer, sofern er sich zum Nachweis seiner Eignung auf deren Befähigung stützen möchte, zu benennen. Dieses kann und wird die Bieter dazu bewegen, sich mit der Leistungsfähigkeit des Lausitzer Mittelstandes zu beschäftigen“, so Jens Krause von der IHK Cottbus.

Weitere Infoveranstaltung geplant

Er empfiehlt den interessierten Unternehmern, jetzt auf die ihnen bekannten Generalbauunternehmer in Deutschland zuzugehen und ihre Leistungen aktiv anzubieten.

„Nach dem Motto: regional kennt sich aus - regional punktet, sehe ich gute Chancen für die Beteiligung des Mittelstands als Nachauftragnehmer bei den bezuschlagten Bieteren“, so Jens Krause. Geplant ist, den Zuschlag für die einzelnen Vergabepakete gestaffelt vom Dezember 2021 bis zum Februar 2022 zu erteilen. Die Vorstellung des Konzepts zur Nachunternehmereinbindung wird in einer IHK-Veranstaltung Unternehmen erläutert werden.

Ansprechpartner der Deutschen Bahn

  • "Allianzvertrag bzw. Partnerschaftsmodell Schiene":  Hr. Robert Kürschner, Tel.: 0160 974 84 790
  • Allgemeine Anfragen zum Projekt "Neubau Bahnwerk Cottbus" richten Sie bitte an folgende zentrale E-Mailadresse:  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Mehr Informationen zum Bahnwerksausbau lesen Sie in folgenden Artikeln:

www.cottbus.ihk.de/was-bringt-der-bahnwerksneubau-der-regionalen-wirtschaft

www.cottbus.ihk.de/projekte-strukturentwicklung-bestaetigt

Ansprechpartner

Jens Krause
Generalmanager
Kompetenzfeld: Zukunft gestalten
Schwerpunktthema: Mobilität und Infrastruktur
t: 0355 365 1100
f: 0355 36526 1100
jens.krause@cottbus.ihk.de