Corona-Krise reißt tiefes Loch in die Brandenburger Exportstatistik

Trotz niedrigem Ausfuhrergebnis konnten Exporte nach Großbritannien und China ausgebaut werden.
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Trotz niedrigem Ausfuhrergebnis konnten Exporte nach Großbritannien und China ausgebaut werden.

Die Brandenburger Exportwirtschaft musste im Corona-Jahr 2020 herbe Rückschläge verzeichnen. Sie erzielte mit 11,9 Milliarden Euro das niedrigste Ausfuhrergebnis seit 2009 ein. Die Ausfuhrumsätze sanken gegenüber dem Vorjahr um fast 11 Prozent. Die Exportquote brach von 33,2 Prozent auf 29,4 Prozent ein.

Umsatzverluste durch rückläufige Geschäfte mit Frankreich

Die größten Umsatzverluste gab es mit beinahe einer Milliarde Euro innerhalb des EU-Binnenmarkts. Mit einem Exportvolumen von 7,8 Milliarden Euro ist er der wichtigste Absatzmarkt für die Brandenburger Exportbranche. Vor allem das Frankreichgeschäft hat tiefe Löcher gerissen. Allein ein Drittel der Exportrückgänge innerhalb der EU sind auf Umsatzeinbrüche auf dem französischen Markt zurückzuführen. Hier gingen v. a. Geschäfte im Bereich der Luft- und Raumfahrt sowie im Bereich der pharmazeutischen Produkte verloren. Für Brandenburgs Exportwirtschaft ist Frankreich der drittwichtigste Zielmarkt.  

Ein und Ausfuhren BB

Verhältnismäßig glimpflich fallen die Exportumsatzeinbußen in die wichtigsten Exportmärkte Brandenburgs – nach Polen und in die USA – aus. Mit einem Rückgang der Ausfuhren von fünf Prozent in das Nachbarland Polen und sechs Prozent in die USA konnte sich die Brandenburger Außenwirtschaft noch relativ gut in diesen Zielmärkten behaupten.

Positivere Zukunftserwartungen

Die Exportunternehmen gehen jedoch von einer Erholung aus. Dies belegen jüngste Umfragen, bei denen die Exporterwartungen für die kommenden zwölf Monate positiver als die Bewertung des vergangenen Geschäftsjahres ausfallen. In der Industrie erwartet ein gutes Viertel der befragten Unternehmen steigende Umsätze im Auslandsgeschäft, bei den Dienstleistern sind es rund 16 Prozent. 

Ausfuhren nach Laendern

Mehr Geschäfte mit China und Großbritannien

Einzig allein die Exporte in die Zielmärkte China und Großbritannien konnten trotz des schwierigen letzten Jahres etwas ausgebaut werden. So stiegen die Exporte von Brandenburg in das Vereinigte Königreich um knapp zwei Prozent von 584 Millionen Euro auf 595 Millionen Euro. Damit setzt das Bundesland bereits das dritte Jahr in Folge einen bundesweit entgegengesetzten Trend fort. Während deutschlandweit die Exporte auf die britische Insel seit dem Austrittsreferendum im Jahr 2016 im Schnitt um ca. acht Prozent gesunken sind, konnte die Brandenburger Unternehmen ihre Ausfuhren seit 2016 um 27 Prozent steigern. Dabei legten vor allem die Exporte in den Bereichen Chemische Erzeugnisse, Gummi und Kunststoffwaren und Möbel zu.

Zunehmend in den Fokus rückt für Brandenburger Außenwirtschaftstreibende auch der chinesische Zielmarkt. Auch hier konnten die Exporte stabil bzw. mit 0,6 Prozent geringfügig ausgebaut werden. Seit 2019 gehört China für Brandenburger Unternehmen zu den TOP 10 Exportmärkten. Mittlerweile steht das Land auf Position 8 unserer wichtigsten Zielländer. Trotz Pandemie ist Chinas Volkswirtschaft im vergangenen Jahr um 2,3 Prozent gewachsen.  

Brandenburgs Exportschlager 2020

  • Pharmazeutische Erzeugnisse,
  • Metalle,
  • Nahrungs- und Futtermittel,
  • chemische Erzeugnisse,
  • Kraftwagen- und Kraftwagenteile, sonstige Fahrzeuge
  • Gummi- und Kunststoffwaren.

Während bei nahezu allen Exportgütern Rückgänge im Exportumsatz verzeichnet wurden, hielt sich die Gummi- und Kunststoffbranche auf den Auslandsmärkten stabil. Sie erzielte einen Ausfuhrumsatz von insgesamt 627 Millionen Euro,  drei Prozent mehr als im Vorjahr.

 

 

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Susanne Kwapulinski
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