Bestimmungsgrößen Büro- und Praxisraummiete

Im Gegensatz zu Ladengeschäften hat die Größe von Büro- und Praxisräumen in vielen regionalen Märkten keinen derart erheblichen Einfluss auf die Miethöhe.

Wesentliche mietpreisbestimmende Merkmale sind:

Geschäftslage

Natürlich ist auch bei Büro- und Praxisräumen die örtliche Lagequalität von herausragender Bedeutung. Allerdings sind hier – im Vergleich zu Ladengeschäften – etwas andere Einflussfaktoren zu berücksichtigen.

Der Büromieter möchte an seinem Standort gut erreichbar sein. Das Büro sollte in einem dem  Unternehmenszweck adäquaten Umfeld liegen.  

Dies sind etwa:

  • innerörtliche Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln und Pkw,
  • überregionale Verkehrsanbindung (Autobahnen/Bundesstraßen, Flughäfen, Bahnhöfe etc.),
  • nahe gelegene Parkmöglichkeiten,
  • Gastronomie- und Einkaufsmöglichkeiten im Nahbereich,
  • Adressenlage (bei Büronutzern gefragte und beliebte Lage),
  • Standortimage für Büro- und/oder Praxisnutzung,
  • Nähe zur Innenstadt bzw. zum Stadt(teil-)Zentrum. 

Ausstattung

Insbesondere bei Märkten mit deutlichem Angebotsüberhang sind Ausstattungsmerkmale ein wichtiger Einflussfaktor für den Nutzwert und damit die Miethöhe.

Der Standard der Gebäudetechnik, insbesondere die Elektroinstallation und die Ausstattung mit bürotypischer Kommunikations-/Informationstechnik, ist ein wesentliches, mietpreisbestimmendes Kriterium.  Unter der Kategorie „Ausstattung“ wird eine Reihe von Merkmalen erfasst. Hierzu gehören: 

  • Belichtung und Belüftung,
  • Gebäude- und Bürotechnik,
  • Kontroll- und Sicherheitseinrichtungen,
  • Doppelböden/Kabelkanäle,
  • Gestaltung und Ausstattung des Zugangsbereichs,
  • Fahrstuhl (K.O.-Kriterium bei Praxen in Obergeschossen!),
  • Art und Qualität der Baumaterialien.  

Flächenflexibilität

Bei Büros und Praxen spielt die Anpassungsfähigkeit an moderne Nutzererfordernisse sowie die Wirtschaftlichkeit der Flächen ebenfalls eine Rolle.

Die Mietfläche sollte die Möglichkeit einer variablen Grundrissgestaltung bieten. Das Verhältnis von Hauptnutzflächen (Büroarbeitsplätze) sowie Nebennutz- und Verkehrsflächen sollte wirtschaftlich sein. Als ideal ist dabei ein Flächenanteil von 18 m² bis 20 m² je Büroarbeitsplatz anzusehen.

Checklisten zur Feststellung der Nutzwerte von Büros und Praxisräumen

Nachfolgend erhalten Sie Vorschläge für den Aufbau einer persönlichen Checkliste zur Unterstützung ihrer individuellen Standortentscheidung.

Merkmalgruppen 

Nutzwert

(einfach, mittel oder gut)

Bemerkungen 
Geschäftslage    
Ausstattung    
Flächenflexibilität     
Sontige    
Summe    

Autorin: Eris Lehmann-Menge, Öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für die Bewertung von bebauten und unbebauten Grundstücken (IHK Cottbus)

 

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Ansprechpartner

Annett Schmidt
Kompetenzfeld: Unternehmen begleiten
Schwerpunktthemen: Regional-/Stadtentwicklung, Energie, Immobilienwirtschaft
t: 0355 365 2002
f: 0355 36526 2002
annett.schmidt@cottbus.ihk.de
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