Schäden schnell und ohne Betrug regeln: Markteinstieg über Russian Desk

Alexander Fokin und Sergey Adaev, Gründer der View App, die Gutachter in Zukunft überflüssig machen soll.
© ViewApp
Alexander Fokin und Sergey Adaev, Gründer der View App, die Gutachter in Zukunft überflüssig machen soll.

ViewApp - Schäden feststellen ohne Gutachter in Zukunft möglich

„Wer kennt es nicht? Es ist ein Schaden entstanden, doch die Versicherung braucht erst den Bericht eines Gutachters. Das kann einige Tage, wenn nicht sogar Wochen dauern. Doch das Bestellen eines Gutachters, um Schäden aufzunehmen, soll für Banken und große Versicherungsunternehmen demnächst der Vergangenheit angehören“, sagt Sergey Adaev, Mitgründer von ViewApp.

Über die Plattform soll es möglich sein, beispielsweise Schäden an Fahrzeugen über eine gesicherte Verbindung aufzunehmen und ohne Zwischenspeicherung, direkt an den lokalen Server einer Versicherungsgesellschaft zu übermitteln. Auch die Sichtung von Gebäuden, oder das Zählen von Warenbeständen in einem Lager soll mit Hilfe dieser IT-Dienstleistungen fälschungssicher stattfinden. Die würde Unternehmen Unmengen an Personalkosten ersparen, so Adaev. In ganz Russland seien schon über eine halbe Million Autounfall-Schäden auf diese Weise geregelt worden. Ein weiterer Vorteil sei die kontaktlose Übergabe der Daten. Gerade in Corona-Zeiten ein großes Thema, um Infektionsketten zu verringern.

Zu den großen Kunden von ViewApp gehören unter anderem die Sberbank – die größte Bank auf dem russischen Markt mit Inspektionen von Bürgschaften aller Art, die Caterpillar CIS – für Inspektionen von Special- und Bau-Fahrzeuge im Leasing, die Alfa-Versicherung – als größte Versicherungsfirma in Russland, die Rosbank – ein Mitglied der französischen Bank-Gruppe Societe Generale und die Raiffeisen-Bank (Russische Bahn) – als größte ausländische (österreichische) Bank in Russland. 

Die Ansiedlung von ViewApp in Cottbus wurde von Alexander Ustinov, Mitarbeiter der AHK Russland, begleitet, der das Unternehmen zusammen mit Marina Kalintseva betreut.  

Ladestationen für E-Fahrzeuge aus Südbrandenburg für ganz Europa

Bereits seit Dezember 2020 hat das russische Unternehmen Touch  seinen Standort in Cottbus. Auch diese Firma wurde über „Russian Desk“ auf die Region Brandenburg aufmerksam. Sie plant, die schnellen Ladestationen für E-Fahrzeuge zu produzieren und diese zu installieren. Die Ladestationen werden nicht nur für den deutschen Markt hergestellt, sondern gehen von hier aus nach ganz Europa. In einem digitalen Pitch stellte Touch Production auf der diesjährigen virtuellen Hannover Messe seine Idee vor und nahm am Gemeinschaftsstand Berlin-Brandenburg als Aussteller teil. 

In Russland sind die Ladestationen bereits in Betrieb. „Das wichtigste strategische Ziel des Unternehmens ist es, eine Gemeinschaft von Elektrofahrzeugfahrern, Ladestationsbesitzern und allen Arten von Unternehmen zu schaffen, um eine städtische Infrastruktur zu entwickeln“, sagt Yuri Orlov, Geschäftsführer von Touch Production. Wegen der Tesla-Ansiedlung in Brandenburg sieht er für sein Unternehmen hier großes Potenzial für die weitere Entwicklung. Derzeit sei die Firma auf Suche nach Zulieferern für Elektromaterial, will Kontakte mit regionalen Unternehmen herstellen. Erste Gespräche laufen. Touch Production wird den gesamten Zyklus der E-Mobilität begleiten- von der Infrastrukturplanung bis zum formalisierten Stationsnetz-Entwicklungsprozess. 

Unterstützung bei der Ansiedlung bietet die IHK Cottbus 

Für diese und weitere Investoren bietet die Region Südbrandenburg großes Potenzial. Durch die IHK Cottbus und „Russian Desk“ wurden die Unternehmen nicht nur bei der Ansiedlung unterstützt, sondern auch für die Geschäftskontoeröffnung bei der regionalen Sparkasse. Nataliia Ruda, IHK-Projektkoordinatorin: „In Corona-Zeiten ist es nicht einfach nach Deutschland einzureisen, um die nötigen amtlichen Schritte vorzunehmen. Hier steht die IHK den Unternehmen zur Seite und hat mit notwendigen Unterlagen und Einladungsschreiben beim komplizierten Einreiseverfahren unterstützt.“

Lesen Sie den ganzen Artikel von Kathrin Reisinger im FORUM - Ausgabe 5/2021

 

 

Ansprechpartner

Nataliia Ruda
Kompetenzfeld: Unternehmen begleiten
Schwerpunktthema: International
t: 0355 365 1312
f: 0355 36526 1312
nataliia.ruda@cottbus.ihk.de