„Brandenburger Tourismuswirtschaft steht vor unsicheren Zeiten“

Eine Wasserstraße / Symbolbild
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Eine Wasserstraße / Symbolbild

9. November 2022 |

„Brandenburgs Tourismuswirtschaft steht vor unsicheren Zeiten.“ Das sagt Ina Hänsel, Präsidentin der Industrie- und Handelskammer Potsdam, für die Landesarbeitsgemeinschaft der IHKs des Landes Brandenburg. „Die Unternehmen berichten uns zwar noch von einer guten Lage, haben aber allergrößte Befürchtungen vor einer unsicheren Zukunft. Energiepreise, Rohstoffpreise, Personalnot – das sind die zentralen Themen.“

Dies ist das Ergebnis aus der gemeinsamen aktuellen Saisonbefragung der Industrie- und Handelskammern Cottbus, Ostbrandenburg sowie Potsdam. Einbezogen waren insgesamt 828 Leistungsträger aus der Gastronomie, dem Beherbergungsgewerbe, dem Wassertourismus, der Freizeitgestaltung sowie aus der Veranstaltungsbranche.

Stabile Geschäftslage mit spürbarem Trend zum Inlandtourismus

Nach den Angaben der Unternehmen ist die aktuelle Geschäftslage der Brandenburger Tourismuswirtschaft im Vergleich zum Frühjahr 2022 stabil geblieben. Über 80 Prozent der Betriebe beurteilen ihre Lage als gut oder befriedigend. In dem Segment Beherbergung beurteilen sogar drei von fünf Unternehmen die Geschäftssituation als gut. Hintergrund ist eine gute Nachfrage seit dem Frühjahr 2022. Der Trend zum Urlaub im Inland ist nach wie vor beliebt und nachgefragt.

Beunruhigend sind hingegen die Geschäftsaussichten. Eine klare Mehrheit der Unternehmen rechnet hier mit einer Verschlechterung. Der Hauptgrund hierfür sind die Kostensteigerungen, insbesondere für Energie, aber auch für Rohstoffe und Personalkosten. Hinzu kommt die Sorge vor einem Nachfrageeinbruch und der Mangel an Fach- und Arbeitskräften. Die Fachkräftesituation ist angespannt: Rund 54 Prozent der touristischen Unternehmen können derzeit offene Stellen nicht besetzen.

Konstante Investitionsbereitschaft trotz fallender Umsätze

In der Wintersaison 2022/2023 rechnet bis zu zwei Dritteln der touristischen Unternehmen mit fallenden Umsätzen. Das ist eine deutliche Verschlechterung im Vergleich zum Frühjahr 2022. Hintergrund ist u. a. die Konsumzurückhaltung bei den Gästen durch die Erhöhung der Lebenshaltungskosten. Bei über 80 Prozent der Unternehmen im Gastgewerbe werden nach deren Angaben zudem die Übernachtungs- und Verzehrpreise steigen.

Der Anteil an Investitionen in den Unternehmen in der Tourismuswirtschaft im Land Brandenburg ist im Vergleich zum Frühjahr 2022 konstant geblieben. Es rechnen nun aber weniger touristische Unternehmen mit steigenden Investitionen in der Zukunft. Hauptmotiv für Investitionen ist weiterhin der Ersatzbedarf.

Die Befragung fand vom 19. September bis zum 7. Oktober 2022 statt. Insgesamt wurden 828 Unternehmen in die Befragung einbezogen.

Mehr dazu finden Sie in unserem Webartikel www.cottbus.ihk.de/tourismusumfrage-brandenburg

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