Tourismuspreis für Projekte der My Molo GmbH und Hikanoe GmbH in Südbrandenburg

Preisträger des Brandenburger Tourismuspreises 2020
© TMB-Fotoarchiv/Yorck Maecke
Preisträger des Brandenburger Tourismuspreises 2020

Wirtschaftsminister Jörg Steinbach zeichnete am 14. Oktober die My Molo GmbH, die Hikanoe GmbH und das Brauwerk Schwedt für ihre besonderen Ideen in Corona-Zeiten aus

Nicht nur die Veranstaltung, sondern auch der Preis selber standen im Zeichen der Corona-Pandemie: Gesucht wurden Unternehmen und Projekte, die mit einer besonderen Idee bislang gut durch die Krise gekommen und damit beispielgebend für die gesamte Branche sind.

31 Bewerbungen waren für den Preis eingegangen. Die Wahl der Jury fiel auf insgesamt vier Preisträger, die je ein Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro erhalten haben.

„Die Corona-Pandemie stellt die Tourismusbranche vor große Herausforderungen. Wir haben daher in diesem Jahr Unternehmen und Projekte ausgezeichnet, die mit besonders kreativen Ansätzen bislang durch die Krise gekommen und damit beispielgebend für die gesamte Branche sind“, sagte Minister Steinbach. „Die Gewinner des Tourismuspreises 2020 stehen beispielhaft für den Einfallsreichtum, den Mut und das Engagement unserer märkischen Touristiker, sich auch in Krisenzeiten nicht unterkriegen zu lassen. Dafür gebührt ihnen Lob und Dank“, hob Steinbach hervor.

Preisträger 2020 im Überblick

Schlossgut Altlandsberg: „Wir gehen raus“ mit Kultur und Gastronomie

Nach dem Motto „ Wir gehen raus“ hat das Schlossgut Altlandsberg im Seenland Oder-Spree zu Beginn der Corona-Pandemie sein gesamtes Angebot nach draußen verlegt. Das frisch gezapfte Bier der Hofbrauerei wurde in Mitnahme-Bechern ausgeschenkt und alle Kino-, Theater- und Konzertveranstaltungen finden seitdem im Freien statt. Damit musste das Unternehmen keine Stellen abbauen und war zudem in der Lage, die Zusammenarbeit mit seinen Partnern aus der Event-Branche sowie ortsansässigen Vereinen zu sichern und teilweise sogar weiter auszubauen. Mit der Erweiterung des regionalen Sortiments im Shop der Tourist-Info und mit der Möglichkeit, Bier zum Mitnehmen anzubieten, konnte die Hofbrauerei ihre fehlenden Umsätze zu einem großen Teil ausgleichen. Das Schlossgut bot zudem während der Pandemie zahlreichen Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit, im kleinen Rahmen aufzutreten. Um die Gagen zu sichern, wurde auch bei geringer Beteiligung kein Event abgesagt. Benachbarte Vereine erhielten außerdem die Möglichkeit, die Räume des Schlossgutes kostenfrei zu nutzen So konnte sich das Schlossgut als lebendiger Veranstaltungsort etablieren. 150 Veranstaltungen hat das Team in dieser schwierigen Zeit gestemmt. Darüber hinaus erfolgte der Ausbau des Landtourismus-Projekts „Regionalshop“ in Zusammenarbeit mit pro agro e.V.

www.schlossgut-altlandsberg.de  

My Molo: Vom Festival-Hotel zum Glamping-Campingplatz

Durch die Corona-Krise hatte My Molo nahezu 100 Prozent seiner Aufträge verloren. Das junge Brandenburger Unternehmen mit Sitz in Marienwerder im Barnimer Land hatte sich eigentlich darauf spezialisiert, auf Festivals feste Unterkünfte in Form von Wohncontainern anzubieten. Doch dann hat die 2016 gegründete Firma kurzerhand umgedacht und aus ihren mobilen, faltbaren Hotelzimmern und Komfortzelten den etwas anderen Campingplatz am Gräbendorfer See südlich von Vetschau aufgebaut. Die Lodges von My Molo im Domo Camp Moeve mit zwei Schlafplätzen bieten auf 7,5 Quadratmetern alle Annehmlichkeiten einer festen, voll eingerichteten Unterkunft inmitten der Natur. Und dank der Terrasse mit Tisch und Stühlen gibt es einen Frühstücksplatz am See direkt vor der Tür. Das Unternehmen hat ein Angebot für eine ganz neue Zielgruppe geschaffen, das während der dem Wunsch nach individuellen Urlaubsformen mit viel Platz drum herum entspricht. Mit seiner Idee konnte das Unternehmen seine Belegschaft in der Krise halten und plant nun, das Glamping-Camp auch in den folgenden Jahren weiterzuführen.

www.mymolo.de

Hikanoe GmbH: Das Boot zum Mitnehmen für unterwegs

Hikanoe entstand ursprünglich als Anbieter von geführten Packrafttouren. Diese können jedoch aufgrund der Corona-Pandemie nicht mehr veranstaltet werden. Deshalb hat das Unternehmen aus Wildau im Dahme-Seenland sein Angebot erweitert und betreibt jetzt einen deutschlandweiten Packraft-Verleih. Das geringe Gewicht und kleine Packmaß der Boote machen einen handelsüblichen Versand bis an die Haustür möglich. Mit diesem einzigartigen Mietangebot ermöglicht Hikanoe zudem anderen Partnern, zum Beispiel Betreibern von Ferienwohnungen und Campingplätzen, einen Bootsverleih anzubieten. Ursprünglich kommt diese Art von Kanus aus dem Extremsport. Der Kunstbegriff „Hikanoe“ ist bewusst gewählt, er verbindet die beiden sportlichen Aktivitäten Wandern (Hiking) und Kanufahren (canoeing). In maximal zehn Minuten ist das Kanu, das in einen Rucksack passt, aufgebaut und startklar. Durch die Weiterentwicklung und Veränderung seines Angebots hat Hikanoe es nicht nur geschafft, seine Umsatzverluste abzufedern, sondern konnte auch einen Praktikanten beschäftigen.

www.hikanoe.com

Brauwerk Schwedt: Tante Emma aus Schwedt und Speisen statt Reisen

Als gastronomische Einrichtung verlor das Brauwerk Schwedt durch die Einschränkungen der Pandemie praktisch jegliche Arbeit. Doch es entstanden zahlreiche Lösungen, wie zumindest ein Teil der Einnahmen trotzdem gesichert werden konnten. So wurde das in der hauseigenen Brauerei hergestellte Bier kurzerhand in Flaschen abgefüllt und als Sonderedition „Das tapfere Helferlein“ verkauft. Zum besseren Absatz wurde zudem der Online-Shop „Tante Emma aus Schwedt“ ins Leben gerufen, der den Bierverkauf mit dem Angebot von Waren des täglichen Bedarfs verband und weiteren Anbietern so den Verkauf ihrer Waren ermöglichte. Ein solidarischer Ansatz, bei dem sich das Brauwerk mit vielen Partnern in der Region eng vernetzt. Zur Wiedereröffnung des Brauwerks erstellte der Betrieb außerdem das neue Konzept „Speisen statt Reisen“: Alle zwei Wochen „reist“ das Restaurant kulinarisch in ein anderes Land.

www.brauwerk-schwedt.de

Hintergrundinformation Tourismuspreis des Landes Brandenburg

Seit dem Jahr 2001 vergibt der Wirtschaftsminister des Landes Brandenburg jährlich den Tourismuspreis. Seit Bestehen des Preises hat sich die Branche weiterentwickelt und verändert. Auch der Preis ist immer wieder mit der Zeit gegangen und wurde neuen Gegebenheiten angepasst. Gleich geblieben ist die Grundidee: touristische Anbieter, Unternehmer, Vereine oder Projekte auszuzeichnen, die beispielgebend für die Leistungsfähigkeit und die Kreativität der Tourismusbranche Brandenburgs sind. 2020 hat die Corona-Pandemie auch die Tourismusbranche stark beeinflusst. Der Preis wurde in diesem Jahr auf dieses Thema ausgerichtet. 2019 erhielten das Kongresshotel Potsdam, der ElsterPark in Herzberg sowie „Coconat – a workation retreat“ in Bad Belzig und der Luther-Pass des Landkreise Elbe-Elster den Preis.

Weitere Informationen auf www.tourismuspreis-brandenburg.de

Quelle: Pressemitteilung Wirtschaftsministerium

Ansprechpartner

Claudia Brüschle
Kompetenzfeld: Unternehmen begleiten
Schwerpunktthema: Tourismus
t: 0355 365 1403
f: 0355 36526 1403
claudia.brueschle@cottbus.ihk.de