Südbrandenburger Exportwirtschaft hofft auf Besserung im Auslandsgeschäft

Ergebnisse der Sonderbefragung im Rahmen der Konjunkturumfrage
Ergebnisse der Sonderbefragung im Rahmen der Konjunkturumfrage

16.02.2021 |  Die Corona-Krise hinterlässt erwartungsgemäß auch im Exportgeschäft der Südbrandenburger Unternehmen ihre negativen Spuren. Dies verdeutlichen jüngste Umfrageergebnisse im Rahmen der Konjunkturumfrage zu Beginn des Jahres 2021. Mehr als 53 Prozent der befragten Exporttreibenden melden Verluste im internationalen Geschäft.

Die Corona-Krise schlägt erwartungsgemäß auch bei den Exporten der Südbrandenburger Wirtschaft negativ zu Buche. Im Rahmen der Konjunkturumfrage zum Jahresbeginn 2021 berichten mehr als 53 Prozent der befragten Exporttreibenden von rückgängigen Exporten. Dabei müssen Unternehmen aus dem Dienstleistungsbereich die größten Umsatzrückgänge hinnehmen. Knapp 80 Prozent der dienstleistenden Betriebe berichten von Verlusten im Exportgeschäft. Nur knapp 22 Prozent der Dienstleister verzeichnen trotz der Pandemie und der dadurch bedingten geschäftlichen Einschränkungen Exportzuwächse.

Im Bereich der Industrie informiert knapp die Hälfte der Unternehmen von Exporteinbrüchen. Lediglich knapp ein Fünftel der Unternehmen verweist auf höhere Exporte. Knapp ein Drittel kann das Niveau im Auslandsgeschäft halten. Die größten Probleme bereiten den Unternehmen aus Industrie und dem Dienstleistungssektor fehlende Warenlieferungen und ausbleibende Dienstleistungen. Dies berichten mehr als 30 Prozent der Unternehmen. 

Probleme bei der Realisierung von Geschäften im Ausland werden vor allem auf Grund von Kontaktbeschränkungen zu Geschäftspartnern im Ausland durch die anhaltenden Reisebeschränkungen hervorgerufen. Auch die Absage einer Vielzahl von internationalen Messen und Konferenzen schlägt negativ im Auslandsumsatz zu buche. Mehr als 20 Prozent der Unternehmen beklagen Probleme bei der Mitarbeiterentsendung. Immerhin 32 Prozent der Unternehmen merken an, keine negativen Auswirkungen der Corona-Krise zu spüren.

Unternehmen erwarten Verbesserung im Exportgeschäft

Im Gegensatz zur negativen Bewertung der aktuellen Situation hoffen die Unternehmen in den kommenden Monaten jedoch auf eine entschiedene Verbesserung im internationalen Geschäft. So gehen mehr als 38 Prozent der Unternehmen davon aus, dass die Exportgeschäfte wieder zunehmen werden. Getrieben wird das Ergebnis vor allem durch den Dienstleistungssektor. Hier erwartet beinahe jedes zweite Unternehmen steigende Umsätze im Auslandsgeschäft. Beinahe 53 Prozent der Unternehmen aus Industrie und dem Dienstleistungsbereich gehen davon aus, dass sich die Exportgeschäfte in der kommenden Zeit nicht entscheidend verändern werden. Lediglich 8,5 Prozent gehen von einer weiteren Verschlechterung des Auslandsgeschäftes aus. 

Prognosen Exporte Suedbrandenburg

Brexit belastet die Südbrandenburger Exportwirtschaft nur im geringen Maße

Während die Auswirkungen der Corona-Krise das Außenwirtschaftsgeschäft der Südbrandenburger Exporttreibenden aktuell besonders belastet, wird dem seit Jahresbeginn 2021 wirksame Austritt Großbritanniens aus der EU keine große Bedeutung beigemessen. Beinahe 86 Prozent der Unternehmen fühlen sich hiervon nicht betroffen. Knapp zwei Prozent der Unternehmen kämpft allerdings mit großen Problemen im aktuellen Großbritannien-Geschäft. Mehr als 12 Prozent stufen die Probleme als geringfügig ein. Dabei liegen die größten Herausforderungen in der seit Beginn des Jahres geltenden Zollbürokratie, die der finale Austritt aus der EU mit sich bringt. Dies berichten 68 Prozent der betroffenen Unternehmen. Weitere Herausforderungen sind steigende Kosten durch Zölle und Zertifizierung (62 Prozent), rechtliche Unsicherheiten (40 Prozent), Absatzrückgänge durch Handelsbeschränkungen (40 Prozent). Mehr als 30 Prozent der betroffenen Unternehmen beklagen außerdem logistische Probleme.

Die Südbrandenburger Exportwirtschaft ist vor allem im Investitionsgüterbereich tätig. Abgesagte und verschobene Projekte im Ausland, eingeschränkter Geschäftsverkehr und unsichere Zukunftsaussichten bei ausländischen Geschäftspartnern belasten das Exportgeschäft seit Beginn der Corona-Pandemie. Ausgewählte Hauptexportgüter der Südbrandenburger Wirtschaft sind elektrische Ausrüstungen, Metalle und Metallerzeugnisse, Maschinen und Ausrüstungen, Gummi- und Kunststoffwaren sowie Nahrungs- und Futtermittel. 

Ansprechpartner

Silke Schwabe
Managerin Kompetenzfeld: Unternehmen begleiten
t: 0355 365 1503
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silke.schwabe@cottbus.ihk.de