Preise für Innenstadtwettbewerb 2021/2022 verliehen

Die Gewinner des Innenstadtwettbewerbes aus Südbrandenburg - (s. Bilderstrecke unten)
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Die Gewinner des Innenstadtwettbewerbes aus Südbrandenburg - (s. Bilderstrecke unten)

02.05.2022 | Im Rahmen einer Festveranstaltung im Beisein von Bauminister Guido Beermann und Vertreterinnen und Vertretern des Bündnisses für lebendige Innenstädte wurden die Preise des Innenstadtwettbewerbs 2021/22 übergeben. Insgesamt konnten für 12 Projekte und 4 Sonderpreise 120.000 Euro vergeben werden.

Guido Beermann, Minister für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg: „Ich freue mich über die rege Beteiligung von Akteuren aus allen Landesteilen Brandenburgs. Insgesamt wurden aus 31 Städten 38 Beiträge eingereicht. Die brandenburgischen Innenstädte haben eine herausragende Bedeutung für das Funktionieren unserer Städte als Ganzes. Wir wissen, dass lebendige Innenstädte eine gute Funktionsmischung benötigen und sie brauchen die Zusammenarbeit von privaten und öffentlichen Akteuren. Der Innenstadtwettbewerb 2021/22 hat genau dieses Zusammenwirken innerhalb der Stadtgesellschaft in den Mittelpunkt gestellt. Wir prämieren heute gemeinsam mit den Bündnispartnern neue Ideen, Konzepte und Projekte, die zur Innenstadtstärkung beitragen.“

Seit einem Jahr gibt es das Brandenburger Bündnis für lebendige Innenstädte, in dem die Industrie- und Handelskammern Brandenburgs, der Städte- und Gemeindebund Brandenburg, der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V., der Handelsverband Berlin-Brandenburg und die Arbeitsgemeinschaft Städteforum Brandenburg sowie das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung für einen Zeitraum von sechs Jahren zusammenarbeiten. 

Mit dem Innenstadtwettbewerb des „Bündnisses für lebendige Innenstädte“ wollen die Bündnispartner in zweijährigem Turnus Vorhaben und Initiativen würdigen, die einen Beitrag dazu leisten, die Innenstadt als Erlebnisraum und lebendigen Mittelpunkt der Stadt zu stärken, die auf diese Weise Begegnung und Austausch anregen und die lokale Identität stärken. Der erste Wettbewerb offen für private und öffentliche Bewerber und richtete sich ausdrücklich an alle Städte und Gemeinden, die sich für ihre Innenstädte, Stadtteil- und Ortszentren engagieren. Voraussetzung für die Teilnahme war, dass die Beiträge im Verbund mehrerer Engagierter eingereicht wurden.

Die Wettbewerbsbeiträge aus kleineren Städten unter 20.000 Einwohner und aus größeren Städten über 20.000 Einwohner wurden in jeweils eigenen Wettbewerbsgruppen zusammengefasst. Der Wettbewerb wurde in zwei Themenbereiche unterteilt:

Im Themenbereich A „Räume weiterdenken – kreative Nutzungsideen“ wurden 18 Beiträge eingereicht, bei denen Gebäude und öffentliche Räume über ihre alte bzw. bestehende Nutzung hinaus weitergedacht werden. Es ging um innovative Strategien zum Umgang mit Leerstand, kreative auch temporäre Nutzungsideen, die zu einer Neubelebung von (Frei-)Räumen und alten Bauwerken beitragen und damit die Innenstädte dauerhaft positiv beeinflussen.

Im Themenbereich B „Lebendige Innenstadt – Aktionen, Kampagnen, Events“ wurden 20 Beiträge eingereicht, die kreative Veranstaltungsformate und temporäre Aktionen präsentieren, durch die ein Besuch der Innenstadt zum besonderen Erlebnis wird. 

Insgesamt wurden je drei Preise in den Kategorien A und B sowohl in kleineren als auch in größeren Städten vergeben.

Preisträger Städte über 20.000 Einwohner

Kategorie A

  1. Preis: Brandenburg an der Havel: STADTBAD Kunstforum (12.000 €) 
  2. Preis: Oranienburg - Junges Leben in alten Räumen – Jugendcafé (10.000 €) 
  3. Preis: Frankfurt (Oder) - Frankfurter Hahnenschrei (7.000 €)

Kategorie B

  1. Preis: Eberswalde - Essen ist fertig! (10.000 €)
  2. Preis: Falkensee  - Auf ein Wort – Falkenseer Poesiesommer (8.000 €)
  3. Preis: Spremberg  - interaktive, digitale Erlebnistouren im Zentrum (6.000 €)

Preisträger Städte und Gemeinden unter 20.000 Einwohner

Kategorie A

  1. Preis: Werneuchen - PopUp-Regionalmärkte (12.000 €)
  2. Preis: Perleberg  - Kulturkombinat – ein neuer Begegnungsort (10.000 €)
  3. Preis: Seelow - Seelower Innenstadt erobern– ungenutzte Flächen beleben (7.000 €)

Kategorie B

  1. Preis: Wittenberge  - Cirque de la Musique in der Innenstadt (10.000 €)
  2. Preis: Zeuthen - Zeuthen Open Streets (8.000 €)
  3. Preis: Lübbenau - Kultursommer 2022 (6.000 €)

Sonderpreisträger

Hinzu kommen vier Sonderpreise, die mit je 2.500 Euro dotiert sind: 

Die Bündnispartner zur Preisverleihung des Innenstadtwettbewerbs:

Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer vom Handelsverband Berlin-Brandenburg e.V.: „Die wichtigsten Player der Zentren, nämlich die Kultur, Hotel- und Gaststättenwesen, Veranstalter und Einzelhandel haben die Hauptlast der Pandemie getragen. Die Zukunft der Innenstädte wird sich also maßgeblich mit der Resilienz dieser Branchen entscheiden. Mit dem landesweiten Innenstadtwettbewerb leisten wir nun einen Beitrag, mit dem kreative Ideen und neue Wege für lebendige Innenstädte gefördert werden. So kann es uns gelingen, die Innenstädte des Landes lebenswert zu erhalten."

Maren Kern, BBU-Vorständin: „Aus Sicht der Wohnungswirtschaft bildet das enge und aufeinander abgestimmte Zusammenspiel von Wohnen, Gewerbe, Kultur und Freizeit das starke Fundament für eine zukunftssichere Gestaltung attraktiver und lebenswerter Innenstädte. Die vielen schönen Städte sind Brandenburgs Reichtum und ein gewichtiger Standortvorteil, den es in Form von lebendigen und unverwechselbaren Stadtkernen in hoher städtebaulicher Qualität zu bewahren und fortzuentwickeln gilt.“

Carsten Christ, Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft der IHKs des Landes Brandenburg und Präsident der IHK Ostbrandenburg: „Vor dem Hintergrund von Pandemie und Krieg ist uns unser Bedürfnis nach Begegnung noch klarer geworden. Die älteste und beste Gelegenheit dazu finden wir auf den Marktplätzen und in den Innenstädten. Deshalb müssen wir sie als Treffpunkt für Arbeiten, Freizeit und Erholung noch zukunftstauglicher machen. Dafür sind der Innenstadt-Wettbewerb und seine Ergebnisse eine gute Basis.“

Jens Graf, Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds: „Wir freuen uns, bei der Vergabe der Preise für den ersten Innenstadtwettbewerb in Brandenburg eine Vielzahl von Projekten auszeichnen zu können. Die Innenstädte brauchen jetzt besondere Aufmerksamkeit und Initiativen. Dazu leistet dieser Wettbewerb einen wichtigen Teilbeitrag. Die Preisträger spiegeln die Vielfalt der kommunalen Familie und Initiativen wider, sowohl bei der Größe der jeweiligen Kommune, es sind kreisfreie Städte, aber auch kleine Städte und Gemeinden dabei, als auch bei der Vielzahl der Ansätze zur Stärkung und Belebung der Innenstädte. All diese Orte stehen vor eigenen Herausforderungen und haben unterschiedliche Ideen in den Wettbewerb eingebracht, wie Innenstädte und Ortskerne gestärkt werden können. Diese können auch vielen anderen Initiativen aber auch den Städten und Gemeinden als Beispiel und Motivation dienen.“

Anne Fellner, Erste Beigeordnete der Stadt Eberswalde, Städteforum Brandenburg: „Starke und vitale Innenstädte sind die Voraussetzung dafür, dass es sich in unseren Städten gut leben lässt und sie ihre Rolle als Anker im Raum wahrnehmen können. Hierfür braucht es neue Ideen und das gemeinschaftliche Engagement der Stadtgesellschaft. Die Ergebnisse des Innenstadtwettbewerbs zeigen eindrucksvoll, dass das bereits in vielen Brandenburgischen Städten der Fall ist. Die eingereichten Beiträge sind für alle Akteure im Land Inspiration und Motivation, sich weiter für lebendige Innenstädte einzusetzen.“

Projektbeschreibungen und Jurybegündungen

Brandenburg an der Havel - STADTBAD Kunstforum

Das 1930 errichtete und im Jahr 2000 geschlossene Stadtbad in Brandenburg a.d.H. ist ein kulturhistorisches Wahrzeichen der Stadt mit hohem Identifikationswert. Das Stadtbad soll als „Stadtbad Kunstforum Brandenburg“ wieder ein öffentlicher Raum werden.  Ziel des Vereins STADTBAD e.V. ist es, dass historische STADTBAD denkmalpflegerisch zu erhalten und als zeitgenössischen, interdisziplinären Kulturort zu betreiben. Ab Frühjahr 2022 werden über diverse Aktivitäten und Tools die Erinnerungsgeschichten der Bevölkerung multimedial „eingesammelt“. Damit sollen bereits in der jetzigen Entwicklungsstufe Lebendigkeit, Vielfältigkeit, Stadtidentität, biografische Erinnerungen am und im Stadtbad gebündelt werden.

Votum der Jury: Der Wettbewerbsbeitrag legt den Fokus auf die Aktivierung und Teilhabe der Brandenburger Bevölkerung, indem das Stadtbad zum kulturellen Erinnerungs- und Erzählort, zu einem Kunst- und Ausstellungsort, einem künstlerisch-wissenschaftlichen Laborort sowie zu einem internationalen Kunst-Schaufenster und Wettbewerbsort werden soll. Aus Sicht der Jury besonders hervorzuheben ist, dass der Ort eine besondere Strahlkraft entwickeln kann, die weit über das Gebäude hinaus ausstrahlt. Es wird ein sehr breiter Ansatz verfolgt, um die Stadtbevölkerung einzubeziehen und ihre Erinnerungen an das Stadtbad mit Fotos, Filmen, Texten, Objekten oder Interviews „einzusammeln“ und sichtbar zu machen. 

Oranienburg - Junges Leben in alten Räumen – Jugendcafé

In Oranienburgs Innenstadt soll im Ergebnis unterschiedlicher Beteiligungsformate ein Ort für junge Menschen entstehen. Die Jugendlichen haben sich ein Jugendcafé gewünscht. Das Café soll ein Raum zum Verweilen, mit vielfältigen Nutzungsoptionen, ansprechender Ausstattung und einem Versorgungsangebot sein. Das Gebäude der ehemaligen Kreissparkasse wurde dafür umgebaut. Außerdem wird in dem Haus auch das Geschäftsstraßenmanagement angesiedelt. Der Jugendbeirat wird einen eigenen Raum im Cafè beziehen. Eine aktive Partnerschaft mit der Bibliothek und allen weiterführenden Schulen soll etabliert werden. Die Planergemeinschaft für Stadt und Raum eG wird den Prozess im Rahmen des ExWoSt-Forschungsprojektes „Kreative Ideen junger Menschen für die Innenstadt“ über ca. ein Jahr begleiten. So soll sichergestellt werden, dass verschiedene Initiativen und Perspektiven gut zusammengeführt werden und der Fokus auf die Innenstadt erhalten bleibt. 

Votum der Jury: Aus Sicht der Jury besonders hervorzuheben ist die Förderung der multifunktionalen Innenstadt, indem soziale, gewerbliche und kulturelle Nutzungen verknüpft werden und der damit verbundene Netzwerkgedanke, der sich durch das gesamte Projekt zieht. Dieser wird durch die direkte Nachbarschaft bspw. zum Geschäftsstraßenmanagement unterstrichen. 

Frankfurt (Oder) - Frankfurter Hahnenschrei

Das Wappentier der Stadt Frankfurt ist der Fokus einer Marketingstrategie für die Innenstadt. Das in den letzten Jahren pandemiebedingt etwas eingeschlafene Netzwerk der Innenstadtakteure soll mit unterschiedlichsten Aktionen in der Innenstadt wiederbelebt werden. Es soll zu vermehrtem Austausch und gegenseitiger Unterstützung der Mitglieder führen. Ziel ist die Beseitigung von Leerstand, die Stärkung regionaler und nachhaltiger Angebote sowie die Steigerung der Aufenthaltsqualität und Attraktivität der Innenstadt. Der „Frankfurter Hahnenschrei“ soll neue Plattform und Netzwerk für Akteure aus Bildung, Soziales, Wirtschaft, Gewerbe/Handel, Kultur, Kunst, Sport, Verwaltung sowie Bürger und junge Bewohner sein.

Das Projekt Frankfurter „Hahnenschrei“ geht auf eine Aktion zurück, die vor 15 Jahren von Studierenden initiiert wurde und bei der 34 künstlerisch gestaltete Hahn-Figuren entstanden (Polyester-Gießharz jeweils 1,60 m hoch). Nach der zentralen Aktion bei der die Hähne innerorts ausgestellt wurden, wurden sie von ganz unterschiedlichen Akteuren in der Stadt „in Pflege genommen“ und waren weit über die Stadt zerstreut. Jetzt sollen die beteiligten Personen sowie die Hahn-Figuren wieder in der Innenstadt vereint werden und den Auftakt zu gemeinschaftlichen Aktionen bilden. Verbunden damit ist eine Marketingstrategie unter dem Motto „Frankfurt wird hahnsinnig“. Darüber hinaus hat sich der Verbund zum Ziel gesetzt, Erlebnisorte in der Innenstadt zu schaffen. Geplant sind in der Innenstadt künstlerische oder performative Inszenierung von Schaufenstern, Darbietungen von Musikern und anderen Künstlern auf den Straßen, eine temporäre Galerie oder die Inszenierung von Gebäudefassaden durch Lichtinstallationen. 

Votum der Jury: Aus Sicht der Jury besonders hervorzuheben ist, bei diesem Beitrag die starke Einbindung von unterschiedlichsten Akteuren und Unternehmen aus Frankfurt (Oder). Wünschenswert wäre allerdings eine noch stärkere Zusammenarbeit der verschiedenen Initiativen, die sich um eine Belebung der Innenstadt bemühen.

Eberswalde - Essen ist fertig!

Essen ist fertig! Mit diesem Ruf kommt die Familie zusammen. Genau das macht die Stadtfamilie auch, wenn die Köche der Stadt nach einem ShowKochen auf dem Marktplatz rufen: „Essen ist fertig!“ Lokal, regional und international. Die Zutaten kommen vom Wochenmarkt oder den Einzelhandelsgeschäften drum herum. Auf dem Markt, dem zentralen Platz der Stadt wird gekocht – und alle sitzen schon am Tisch. Gegessen wird gemeinsam. Atmosphärisch begleitet durch kulturelle „Appetitmacher“, die Kultur- und Kreativschaffende beisteuern, entsteht ein neues Gemeinschaftsgefühl. Die Rezepte gibt es dann übrigens als Postkarte zum Mitnehmen für die Besucher:innen. Geplant sind insgesamt fünf Veranstaltungen der Veranstaltungsreihe.

Votum der Jury:  Die Jury hat die Idee begeistert, diese wohlbekannte Szene in den Stadtraum zu holen. Mit überschaubaren Mitteln schafft es die Initiative, den Anstoß zu geben, den Marktplatz als Ort zum Verweilen, Essen und Austauschen zu nutzen. Mit dem vielfältigen Programm und der Einbindung lokaler Akteure sowie der Nutzung regionaler Produkte werden zukunftsweisende Themen aufgegriffen und in die Stadtgesellschaft getragen. 

Falkensee - Auf ein Wort – Falkenseer Poesiesommer

Die Initiative plant ein Literatur- und Poesiefestival im Innenstadtbereich. Damit soll das Zentrum der Stadt attraktiver werden, die weit verteilten Geschäfte und Dienstleistungsangebote durch die gemeinsame Aktion besser verknüpft werden und lokale Schriftsteller stärker ins Bewusstsein rücken. Im Rahmen des Festivals sollen Lesungen und literarische Führungen angeboten werden, die für verschiedene Altersgruppen ausgestaltet werden. Schriftsteller aus der Stadt und ein Gebärdendolmetscher sollen in die Veranstaltungen eingebunden werden. Zusätzlich soll es eine Ausstellung geben. Neben dem Veranstaltungsprogramm sollen Schaufenster und Fassaden für mehrere Wochen eine besondere Gestaltung erhalten.

Votum der Jury: Der Falkenseer Poesiesommer stellt für die Jury eine gelungene Weiterentwicklung eines Literaturfestivals dar. Besonders hervorzuheben ist das verbindende Element der strukturbedingt heterogenen Innenstadt. Das Projekt schafft es, durch Gestaltungselemente im Stadtraum und verschiedene Veranstaltungsformate vielfältig präsent zu sein. Die Jury lobt insbesondere den innovativen Einsatz von Kalligraphie bei der Gestaltung von Schaufenstern und an öffentlichen Gebäuden sowie die Einbindung lokaler Schriftsteller und Bewohner. Das Projekt zeigt, wie lokale Besonderheiten und Impulse genutzt und hervorgehoben werden können. 

Spremberg - interaktive, digitale Erlebnistouren im Zentrum 

Das Projektteam plant digitale, interaktive und kostenlose Erlebnistouren durch Spremberg fürs Smartphone. Die Touren sollen nach verschiedenen Themenbereichen angelegt und in regelmäßigen Abständen aktualisiert werden. Mit QR-Codes, Audiospuren, Bild- und spielerischen Elementen wird für den Nutzenden eine Erlebniswelt geschaffen, die mithilfe von Augmented Reality ( Zusammenspiel von digitalen und analogen Angeboten) sichtbar gemacht werden soll. Die Innenstadt Sprembergs soll als Erlebnis- und Aufenthaltsort neu etabliert werden. Fokus liegt auch auf der Integration der Innenstadthändler und -gastronomen (inkl. Rabattaktionen).

Votum der Jury:  Aus Sicht der Jury zeigt das Projekt die Potenziale, die neue digitale Techniken für Stadttouren bieten. Die Ausgestaltung mit Elementen der Augmented Reality ist besonders vielversprechend für jüngere Nutzer, bietet gleichzeitig aber auch Potenzial für ältere Nutzer.

Werneuchen - PopUp-Regionalmärkte

Der leerstehende Bahnhof in Werneuchen soll wieder mit Leben gefüllt werden und zu einem Markt für regionale Produkte entwickelt werden.  Langfristig plant die Initiative die bauliche Instandsetzung des Bahnhofs in Werneuchen. Es sollen sowohl Bahnhofsfunktionen wie Wartebereich und Ticketverkauf als auch ein Café sowie Übernachtungsmöglichkeiten und ein Coworking-Space angeboten werden. Im ehemaligen Güterschuppen soll eine Markt- und Veranstaltungshalle entstehen. In der Zwischenzeit soll das Ziel eines Regionalmarkts in mehreren Pop-Up-Märkten stattfinden, wofür der Bahnhofsvorplatz genutzt wird. Dazu sollen Produzenten und Unternehmen aus der Region eingeladen werden, ihre Produkte auf dem Markt anzubieten. Ein Rahmenprogramm aus Musikvorführungen, kleinen Ausstellungen oder Workshops soll den Regionalmarkt ergänzen. Beteiligte Betriebe sind z.B. eine lokale Mosterei, ein Kräuterbauer aus dem Nachbardorf, eine lokale Bäckerei und eine lokale Brauerei sowie ein Kaffeeunternehmen.

Votum der Jury: Die Jury hat die Idee begeistert, mit dem Bahnhof schrittweise wieder einen Treffpunkt zu schaffen und in einer Stadt in der im letzten Jahr selbst das letzte Cafe schließen musste. Mit einer innovativen Idee wird hier vor allem auf die Stärkung der regionalen Netzwerke und Erzeuger gesetzt.

Perleberg - Kulturkombinat – ein neuer Begegnungsort

Der Hinterhof des ehemaligen Hoffmanns Hotel in der Perleberger Innenstadt wurde nach ehrenamtlicher Sanierung zu einem Open-Air-Kulturort umgestaltet. Der verwilderte Hof wurde aufgeräumt, ein kleines Café im Werkstattraum gebaut, Sanitäranlagen in der Garage installiert und die Infrastruktur für den Gastronomie- und Veranstaltungsbetrieb geschaffen. Der Hof bietet Platz für rund 60-80 Zuschauerinnen und Zuschauer. Geplant ist die Sanierung des Garagengebäudes, um auch bei schlechtem Wetter Veranstaltungen anbieten zu können. Damit könnte ein 200 Quadratmeter großer Tavernenraum geschaffen werden.

Votum der Jury: Die Jury hat das lokal etablierte Kulturzentrum ausgewählt, weil es ein kultureller Leuchtturm in der Region ist, der zeigt, was ehrenamtliches Engagement ermöglicht. Eine Besonderheit des Beitrags ist aus Sicht der Jury die stetige Weiterentwicklung des Ortes. Behutsam wurden schrittweise das Areal und die Gebäude nutzbar gemacht. 

Seelow - Seelower Innenstadt erobern – ungenutzte Flächen beleben

Die Attraktivität der Innenstadt soll gesteigert werden. Die am Markplatz gelegene Straße und Grünfläche soll umgenutzt werden. Die Straße soll für den motorisierten Verkehr gesperrt werden, sodass die freiwerdenden Flächen für unterschiedliche Nutzungen verfügbar werden. In einem ersten Schritt soll diese Idee für einen begrenzten Zeitraum erprobt werden. Temporäre Aktionen und Ausstellungen sollen in diesem Zeitraum die Flächen bespielen. Ergänzt werden soll die Nutzung durch flexibles Stadtmobiliar und temporäre Ausstellungsflächen. Damit könnte ein Rückzugsraum in der Innenstadt entstehen. Darüber hinaus könnte die Fläche für Außenbestuhlung von anliegender Gastronomie oder für Aktionen von Innenstadtgruppen genutzt werden. Die Gestaltung soll in einem partizipativen Prozess entwickelt werden.

Votum der Jury: Die Jury hat besonders überzeugt, dass die Gestaltung der Flächen in einem partizipativen Prozess entwickelt und dass auf Grundlage der Erfahrungen aus diesem Jahr eine langfristige Perspektive für den Raum entwickelt werden soll.

Wittenberge - Cirque de la Musique in der Innenstadt

Die Elblandfestspiele besitzen eine überregionale Bedeutung  und ziehen viele musikbegeisterte Menschen nach Wittenberge. Die besondere Atmosphäre der Elblandfestspiele soll dieses Jahr vom Festspielort bis in die Innenstadt getragen werden. Das Motto der Festspiele „Cirque de la Musique“ wird in der Innenstadt mittels Aktionen und Überraschungen aufgegriffen. Die Innenstadt wird zur bunten Zirkuswelt durch Clowns, Kindertanzgruppen, ein Schulzirkusprojekt, eine Künstlergruppe u.v.m. Der Veranstaltungstag ist der 9. Juli 2022. Der Tag startet mit einem Fanfarenzug am Bahnhof, es werden drei zentrale Punkte in der Innenstadt als offene Manege gestaltet und zu festen Spielzeiten finden wechselnde Aufführungen statt. Auch ein thematisches, kulinarisches Angebot soll es geben. Die einzelnen Programmpunkte werden durch lokale Vereine, Schulen und regionale Solokünstler gestaltet.  Die Einkaufsstraße lädt zum Bummeln ein und verbindet die Programmpunkte miteinander.

Votum der Jury: Aus Sicht der Jury erkennt das Projekt ein bisher ungenutztes Potenzial für die Innenstadt Wittenberges und schafft eine neue Verknüpfung zu einer bestehenden Veranstaltung. Die lokale Identifikation mit den Elblandfestspielen wird aufgegriffen und Besucherströme die in die Stadt kommen, werden in die Innenstadt gelenkt und damit Synergieeffekte mit der Innenstadtwirtschaft gefördert.

Zeuthen - Zeuthen Open Streets

Das Stadtzentrum soll wieder als attraktiver Anziehungspunkt etabliert werden. Das Projekt will der negativen Entwicklung des Zentrums und dem Verlust der Aufenthaltsqualität etwas entgegensetzen. Seit drei Jahren schafft das Projekt durch die temporäre Sperrung wechselnder Straßen im Zentrum Zeuthens einen Raum für verschiedene Aktionen der Bewohner. Die Aktivitäten reichen von Flohmarkt über Fahrradparcours bis zu Konzerten und der Vorstellung von Gewerbe, Vereinen, Projekten oder Schulen. Die Rahmenbedingungen, rechtliche Fragen und die Kommunikation werden durch ein Orga-Team erarbeitet. Das Programm richtet sich an verschiedene Altersgruppen. Insbesondere sollen Defizite in dem Angebot für Kinder und Jugendliche ausgeglichen werden. Zentrale Akteure in der Gemeinde agieren als Multiplikatoren und erreichen so alle Altersgruppen. Zusätzlich wurden eine Online-Plattform für die Gemeinde entwickelt sowie Online- und Printmedien genutzt. Die Kommunikationsstrategie und Dokumentation der Veranstaltungen soll in Zukunft ausgebaut werden. Als Plattform soll „Zeuthen Open Streets“ Initiativen, Vereine und Institutionen sowie Einwohner miteinander vernetzen und in ihren Vorhaben unterstützen. Weitere Projekte, wie die Initiative „Lastenrad ZEWS“ oder die Initiative „Zeuthen Open Waters“ wurden aus der Gruppe entwickelt.

Votum der Jury: Die Jury beeindruckte die stetige Weiterentwicklung der Zeuthen Open Streets indem unterschiedliche Straßenräume bespielt werden sollen. Die Projektgruppe kann dabei nur im Verbund mit anderen Akteuren in der Gemeinde agieren und pflegt daher die stetige Zusammenarbeit. Dadurch wirkt sie auch als Keimzelle für weitere Ideen für die Gemeinde. 

Lübbenau  - Kultursommer 2022

Die Initiative plant einen Kultursommer 2022 mit verschiedenen Veranstaltungen und Aktionen. Die Veranstaltungsreihe soll die Attraktivität und den Erlebnischarakter der Innenstadt fördern. Sie soll zum Austausch und Miteinander anregen und die lokale Wirtschaft und Gastronomie unterstützen, die Saison für Händler, Gastronomie und Hotellerie verlängern. Eine Verstetigung ist vorgesehen. Das Programm des Kultursommers umfasst Veranstaltungen für unterschiedliche Zielgruppen, z.B.

ein Konzert, das Kinderfest oder der Markt der Traditionen. Das Programm soll Einwohner aller Altersgruppen, Touristen, den Einzelhandel und die Kulturbranche ansprechen. Im öffentlichen  Raum sollen zusätzlich kleine Aktionen stattfinden. Auftreten sollen dort Frauen in Tracht, mobile Bands oder Walking Acts. Auch Ausstellungen können im öffentlichen Raum umgesetzt werden.

Votum der Jury: Die Jury lobt vor allem die Ausgestaltung einer traditionsreichen Veranstaltung als Veranstaltungsreihe über den gesamten Sommer, was neue Möglichkeiten für das Programm eröffnet und die Besucherzahl erweitert. Durch die Einbindung der lokalen Akteure, stärkt der Kultursommer auch die eigene Identität der Bewohnerinnen und Bewohner mit ihrer Stadt. 

Schwedt - WinterZauberBaum

Das Tourismus und Citymanagement Schwedt und die Stadt Schwedt planen eine Aktion während der Weihnachtstage, um Gäste in die Innenstadt zu locken. Durch die Aktion in der Innenstadt Schwedts soll der stationären Handel unterstützt werden und eine Belebung des Zentrums, insbesondere der öffentlichen Plätze, erreicht werden. In der Innenstadt sollen Weihnachtsbäume aufgestellt werden, die durch ansässige Geschäfte und Unternehmen gestaltet werden. Besucher sind aufgefordert, Fotos der Bäume auf Social Media zu teilen. Zusätzlich soll ein Bonusprogramm aufgestellt werden. Besucher erhalten nach Vorlage eines Fotos mit dem passenden Weihnachtsbaum oder nach Kauf eines Produkts einen Stempel des beteiligten Geschäfts. Mit einer gefüllten Bonuskarte sollen Besucher anschließend an der Tombola teilnehmen können und z.B. Gutscheine gewinnen. Vereine, Institutionen, Unternehmen und Geschäfte können durch die Teilnahme an der Aktion ihre Bekanntheit steigern und neue Kunden gewinnen.

Votum der Jury: Die Jury würdigt mit dem Sonderpreis die Initiative des Stadtmarketings, ein niedrigschwelliges Angebot für Einzelhandel und Bewohner zu schaffen. Das Projekt unterstützt das „Wir-Gefühl“ in Schwedt und schafft neue Perspektiven für das Innenstadt-Marketing. 

Kyritz - Influencer für Kyritz

Die Wirtschaftsförderung der Stadt Kyritz plant, die Stadt mithilfe von Influencern einem breiteren touristischen Publikum bekannt zu machen und Interesse für einen Besuch der Stadt zu wecken.  Die Influencer sollen mittels einer persönlichen Berichterstattung aus Kyritz unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Ziel ist es, die Bekanntheit von Kyritz zu steigern, die Stadt als Urlaubs- und Ausflugsdestination zu bewerben. Den Influencern soll, in Kooperation mit lokalen Unternehmen, vor Ort ein strukturiertes Programm angeboten werden, wodurch sie die Möglichkeiten und Gegebenheiten der Stadt Kyritz kennenlernen und diese dann in ihre Beiträge aufnehmen können.  Die Kampagne soll jährlich wiederholt werden und auch saisonale Unterschiede in den Angeboten und Möglichkeiten transportieren.

Votum der Jury: Dieser besondere, innovative Weg, Stadtmarketing zu betreiben ist aus Sicht der Jury preiswür-dig. Potenzial bietet das Projekt insbesondere im Hinblick auf die Übertragbarkeit auf andere Kommunen in Brandenburg. 

Welzow - Nachhaltigkeit – Mach Mit!

Traditionelle Lausitzer Landwirtschaft soll in der Innenstadt Welzows durch die Nutzung brach liegender Flächen und den Nachbau einer historischen Scheune in alter Handwerkstechnik präsent werden. Ausgangspunkt des Projekts sind großflächige Ausgrabungen im Vorfeld des Tagebaus Welzow Süd. Sie sind wesentlich für die Erforschung der Niederlausitzer Besiedlungsgeschichte. Darauffolgend entstand das Konzept „Lindenprojekt 2030“, das eine regionaltypische Kulturlandschaft, mit Dorf und Flächen für Landwirtschaft, für Touristen und Einwohner auf Grundlage der Ausgrabungen entstehen lassen soll. Teil des Konzepts sind auch ein Ausbildungszentrum für traditionelles Handwerk, nachhaltige Landwirtschaft auf den Flächen und die Vermarktung von Nischenprodukten. Daran anknüpfend sollen in der Innenstadt Welzows die Forschungsergebnisse zu der Niederlausitzer Besiedlungsgeschichte sichtbar und erlebbar werden. Hier soll nachhaltige Landwirtschaft im kleinen Stil betrieben werden. Auf brach liegenden Flächen können alte Kulturpflanzen, wie Buchweizen, Johannisroggen, Pferdebohnen und Lein, angebaut werden. Sie bildeten historisch die Nahrungsgrundlage in der Region. Darüber hinaus soll der archäologische Fund einer Scheune aus der Zeit um 1240 n.Chr. die Grundlage für einen Nachbau auf dem städtischen Gelände des Archäotechnischen Zentrums (ATZ) sein. Das einzig nachgewiesene Bauwerk seiner Art in der Niederlausitz zeigt das handwerkliche Können und die nachhaltige Bauweise dieser Zeit. Der Nachbau soll unter Beteiligung von interessierten Einwohnern in alter Handwerkstechnik geschehen. Die Umsetzung wird durch die Bürgergenossenschaft in Terpe und das ATZ erfolgen

Votum der Jury: Die Jury wertet die regional und nachhaltig aufgestellte Initiative als besonders innovativ und progressiv für die Gemeindegröße.

Wiesenburg (Mark) - Neues Leben und Arbeiten im Ortskern

Das Projekt will durch neue Formen des Lebens und Arbeitens in Wiesenburg die Ortsmitte wieder beleben. Wiesenburg ist Teil des Förderprogramms „Aktive Regionalentwicklung“ des BMI. Die investiven Mittel für die Umsetzung sollen über die Gemeinde und andere Fördermittelgeber gedeckt werden. Die Entwicklungsstrategie beinhaltet neue Formen des Lebens und Arbeitens, wie CoWorking, CoLiving und Sharing-Economy. Die Ortsmitte soll durch die Nutzung zentraler Gebäude wiederbelebt werden. Das Hessehaus wird zum Ort für Coworking und kleinteilige Wohnangebote. Dort soll auch ehrenamtlich ein Repair-Café entstehen. Das Jakobihaus soll zum Smart City Büro werden und als Anlaufstelle der Bevölkerung fungieren. Die Schaufenster sollen für die Ausstellung lokaler Produkte, ehrenamtlicher Projekte oder für Kunst genutzt werden. Zukünftig sollen weitere Projekte in Wiesenburg umgesetzt werden, z.B. die Entwicklung des Brauereigeländes. Am 12. Juni 2022 soll mit einem Tag der offenen Tür der Beteiligungsprozess beginnen.

Votum der Jury: Die innovative Idee ist aus Sicht der Jury preiswürdig. Besonders hervorzuheben ist das Potenzial des Projekts als Vorbild für vergleichbare Kommunen in Brandenburg, die damit neue Nutzungsperspektiven für den Ortskern erhalten. 

Quelle: Pressemitteilung Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg

Ansprechpartner

Annett Schmidt
Geschäftsbereich: Standortpolitik und Regionalentwicklung
Regional-/Bauleitplanung, Immobilien, Stadtentwicklung, Medien- und Kreativwirtschaft
t: 0355 365 2002
f: 0355 36526 2002
annett.schmidt@cottbus.ihk.de
Videobotschaft
Belinda Kergel
Geschäftsbereich: Standortpolitik und Regionalentwicklung
Projektmanagement "Innenstädte neu denken"
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belinda.kergel@cottbus.ihk.de