SMT GmbH: Im Schienenverkehr ganz vorn mit dabei

Matthias Senftleben, Geschäftsführer der System-Montage-Technik GmbH
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Matthias Senftleben, Geschäftsführer der System-Montage-Technik GmbH

Wer mit der S-Bahn durch die bayrische Landeshauptstadt München fährt, sitzt schon bald in einer völlig modernisierten Zugflotte mit Fußbodensystemen made in Forst. Seit drei Jahren wirkt die Forster System-Montage-Technik GmbH an der Erneuerung der über 200 Züge der Münchener S-Bahn mit.

Es wird noch bis Ende 2021 dauern, bis der Großauftrag aus Bayern abgeschlossen ist. Er umfasst die Ausstattung der 238 S-Bahn-Züge mit einem neuen Fußbodensystem. Für die Forster System-Montage-Technik GmbH – kurz SMT genannt – gehören Aufträge dieser Größenordnung zum Alltag. 

„Zu unseren Hauptkunden gehören die Deutsche Bahn und Schienenfahrzeughersteller wie Bombardier, Stadler oder Alstom. Aber auch mit kleineren privaten Schienenfahrzeugbetreibern und städtischen Verkehrsbetrieben arbeiten wir eng zusammen“, umreißt Geschäftsführer Matthias Senftleben das umfangreiche Tätigkeitsfeld von SMT. 

Vorgelagerte und begleitende Forschung sowie Entwicklung seien Triebfeder und Katalysator für neue Projekte und Aufgaben. Kerngeschäft der Forster ist die Konstruktion und Fertigung von Bauteilen aus Faserverbundwerkstoffen. Diese werden beispielsweise für Schienenfahrzeuge, Schiffe und Busse benötigt. Als drittes Standbein wurde die Komponentenaufarbeitung etabliert. Hierbei werden alte Bauteile demontiert und aufgearbeitet. „So gelingt es, dass wir uns mit den drei Geschäftsbereichen am Markt behaupten und in einigen Bereichen sogar Vorreiter sind“, erläutert Geschäftsführer Senftleben. Als Beispiel für die Vorreiterrolle nennt er das Forschungsthema multifunktionale Faserverbundwerkstoffe mit Fokus auf den Brandschutz.

SMT wurde 2006 gegründet und ist aus der MROSE GmbH, einem technischen Großhandel mit langer Familientradition, hervorgegangen. Da die Aufgaben im technischen Handel immer komplexer wurden, erschlossen sich neue Tätigkeitsfelder, die die Produktion zum Schwerpunkt hatten. Insbesondere Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung waren ausschlaggebend für die Gründung der SMT GmbH. Inzwischen hat sich das Unternehmen mit einem eigenen Produkt- und Dienstleistungsportfolio am Markt etabliert. Es entwickelt, konstruiert und produziert Teile und Komponenten für die Fahrzeugindustrie, insbesondere für den Schienenfahrzeugbau. So gehören beispielsweise Interieurbauteile und Bodensysteme aus faserverstärktem Kunststoff für unterschiedliche Baureihen von Schienenfahrzeugen wie ICE-Züge, S-Bahnen oder Straßenbahnen zum Repertoire der Forster.

Vom Azubi zur Ausbilderin

Heute beschäftigt das Unternehmen rund einhundert Mitarbeiter, davon fünf Auszubildende. Sie erlernen den Beruf des Industriemechanikers und des Industriekaufmanns. Dass eine Ausbildung eine Investition in die eigene Zukunft ist, ist für SMT selbstverständlich.

„Wenn unsere Azubis gute Ergebnisse bringen, werden sie nach der Ausbildung gern übernommen und wir bieten Ihnen eine Entwicklungsperspektive“, betont Matthias Senftleben.

Das Beispiel von Angelique Buder zeigt, dass bei SMT Versprechen Wirklichkeit werden. Sie war einst Azubine und ist heute selbst Ausbilderin.

„Die Arbeit mit den Azubis macht riesigen Spaß und ich kann aus meinen eigenen Erfahrungen als Azubi viel weitergeben“, berichtet die 26-Jährige.

Die SMT GmbH bildet Industriekaufleute und Industriemechaniker aus.

Man ist geneigt zu behaupten, dass sich die SMT GmbH in den vergangenen Jahren zu einem sogenannten Hidden Champion entwickelte. Der Umsatz hat sich in den letzten fünf Jahren nahezu verdreifacht. Der Hauptanteil davon wird deutschlandweit generiert, wobei SMT auch zunehmend europaweit aktiv ist. 

Innovation als strategische Selbstverständlichkeit

Der Bereich Forschung und Entwicklung spielte bei SMT von Anfang an eine besondere Rolle, damit sich aus individuellen Lösungen für einzelne Kunden solide Geschäftsfelder entwickeln konnten. Innovation ist für die SMT kein Zufall, sondern strategische Selbstverständlichkeit. Dabei liegt die F&E-Quote gemessen am Umsatz bei rund fünf Prozent. Für ein mittelständisches Unternehmen kann sich das sehen lassen. In der unternehmenseigenen Forschungsabteilung werden dauernd Forschungsprojekte in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Forschungseinrichtungen und Industriepartnern bearbeitet. Wichtigster Partner ist dabei die BTU Cottbus-Senftenberg mit ihren schnell wachsenden Leichtbau-Kompetenzen am Lehrstuhl für Polymerbasierten Leichtbau von Professor Dr. Holger Seidlitz. Der Lehrstuhl ist aus einer durch die SMT mitgeförderten Stiftungsprofessur hervorgegangen. Mittlerweile verantwortet Professor Seidlitz zusätzlich den Forschungsbereich Polymermaterialien und Composite (PYCO) am Fraunhofer Institut für angewandte Polymerforschung. Er kann somit die gesamte Wertschöpfungskette von der Konzipierung über die Auslegung bis hin zur Fertigung abbilden. Auf dieser Grundlage wird an der BTU Cottbus-Senftenberg ein Institut für Leichtbau und Wertschöpfungsmanagement (ILW) gegründet und in der Lausitz ein Kompetenzzentrum Leichtbau aufgebaut.

SMT-Geschäftsführer Matthias Senftleben ist stolz auf die Zusammenarbeit und den praktizierten Technologietransfer mit der BTU Cottbus-Senftenberg: „Es ist eine lebhafte Kooperation und sehr fruchtbare Zusammenarbeit. Studenten bearbeiten bei uns ihre Abschlussarbeiten und andersherum gehen Mitarbeiter von uns regelmäßig an die BTU, um sich auszutauschen und Versuche durchzuführen.“

Die Region im Blick

Auf die Frage, warum sich der Firmensitz in Forst befindet, kommt von der Geschäftsführung eine simple wie emotionale Antwort: „Weil es unsere Heimat ist.“ Man hat nicht nur bei der Firmenentwicklung, sondern auch bei der Unternehmensphilosophie die Region im Blick. So werden lokale Sportvereine in Forst, aber auch das Ronald McDonald Haus in Cottbus unterstützt. Unabhängig vom sozialen Engagement spielt der Umweltgedanke bei der SMT GmbH ebenso eine bedeutende Rolle, indem sich das Unternehmen für energieeffiziente und umweltschonende Leichtbaulösungen im Mobilitätssektor einsetzt. Zudem wird ein Großteil der vom Unternehmen benötigten Elektroenergie durch unternehmenseigene Photovoltaikanlagen erzeugt.

 

Mit dem Blick in die Zukunft wird man im Strukturwandelprozess nicht an SMT vorbeikommen. Nicht nur, dass der Schienenverkehr in der Region, gerade mit dem Blick auf das Bahnwerk in Cottbus, immer mehr an Bedeutung gewinnen wird, die Infrastruktur generell wird sich verändern. Und die SMT sieht sich als Teil der Wertschöpfungskette. „Wir blicken sehr optimistisch in die Zukunft. Gerade haben wir im Industriegebiet in Forst ein Grundstück erworben und wollen unsere Fertigungskapazität erweitern. Damit einher gehen natürlich auch neue Arbeitsplätze“, beschreibt Matthias Senftleben die Pläne des Unternehmens. „Die Menschen sollen dort arbeiten können, wo sie wohnen“, so das Credo des Geschäftsführers. 

Autorin: Dunja Petermann

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