IHK-Preis würdigt aktivierendes Kunstprojekt zur Stadtgestaltung

Beatrix Gärtner vom Freundeskreis ArtFrontale e.V., Gabriele Grube, Geschäftsführerin Stadtmarketingverband Cottbus e.V., Doreen Goethe vom Freundeskreis Art Frontale e.V. und Iris Kirschner, IHK Cottbus (v.l.n.r.)
© IHK Cottbus
Beatrix Gärtner vom Freundeskreis ArtFrontale e.V., Gabriele Grube, Geschäftsführerin Stadtmarketingverband Cottbus e.V., Doreen Goethe vom Freundeskreis Art Frontale e.V. und Iris Kirschner, IHK Cottbus (v.l.n.r.)

15.09.2021 |  Zum zweiten Mal ist der Stadtmarketingverband  Cottbus e. V. unter den Gewinnern der City-Offensive Südbrandenburg der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus.

In diesem Jahr belegte er gemeinsam mit dem Freundeskreis ArtFrontale i G. den zweiten Platz in der Kategorie "Events als Impuls für mehr" beim IHK-Innenstadtwettbewerb "Handel(n) für lebendige Innenstädte" und erhielt für das Kunstprojekt ArtFrontale ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro. Das Projekt macht Kunst zum Teil des öffentlichen Raums. Mit einer ausgefallenen Fassadengestaltung sollen die Geschichten der Stadt und langfristig auch der ganzen Region illustriert werden. Erste Werke am bunten Bahnhof Cottbus und den Fassaden des Stadthauses sowie der Alten Kunstsammlung sind bereits projiziert. Ziel ist es, weitere Künstlerhäuser zu gestalten und mittels einer riesigen dauerhaften Kunstausstellung Anreize für Besuche zu schaffen. 

Hans-Joachim Stricker vom Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg zur Entscheidung der Jury: „Das Kunstprojekt schafft Identität, ist ideenreich, nachhaltig und vernetzend. Die Planung eines Kunstfestivals und Entwicklung eines künstlerischen Stadtspaziergangs sind ein in die Zukunft gerichteter Ansatz zur regionalen Stadtgestaltung.“ 

„Wir fühlen uns durch die Auszeichnung ermutigt, bestärkt und auch erleichtert, denn wir können unsere laufenden und nächsten Projekte finanzieren. Dabei ist es unser Ziel, recht bald ein erstes Gebäude tatsächlich mit Kunst zu gestalten. Wir hoffen, es ergeben sich Chancen und Wege dafür. Das Preisgeld wird uns helfen, die kreative Vorleistung dafür zu finanzieren. Wir danken den Preisstiftern dafür sehr herzlich!“, so Gabi Grube, Geschäftsführerin vom Stadtmarketingverband Cottbus e.V.

Kurzinterview mit Gabi Grube 

Wie kann man als Hausbesitzer mitwirken, wenn man die Initiative befürwortet? 

Gabi Grube: „Prinzipiell kann auch jetzt schon jeder (Einschränkung: dessen Haus nicht unter Denkmalschutz steht) sein Haus gestalten, wie er möchte. Auch künstlerisch. Wir fragen uns: Warum tun es so wenige? Wir wollen Anstifter dazu sein, die Möglichkeiten aufzeigen, wie Kunst den öffentlichen Raum verändert, verbessert. Kunst ist nicht nur für Museen und Galerien gedacht, sondern kann mehr. Es wäre schön, wenn es uns gelänge, dem geplanten „Investitionsbeton“ im Strukturwandel auch eine künstlerische Dimension zu geben. Das ist nicht ganz einfach, aber es gibt gute Vorbildprojekte. Bei Bundesbauvorhaben z.B. gehört „Kunst am Bau“ schon lange dazu. Da könnte man anknüpfen.“

Warum kann es mit so einem Konzept gelingen mehr Besucher in die Innenstadt zu locken? 

Gabi Grube: „Wir könnten Stück für Stück eine Open-Air-Galerie schaffen, in der man die Kraft und das Potenzial der regionalen Künstler und Künstlerinnen bei einem Stadtspaziergang erkunden kann. Das wäre doch schön für Einheimische und Gäste der Stadt gleichermaßen. Private Häuser können dabei sein, ebenso wie öffentliche Gebäude. Immer neue Häuser kommen hinzu – jedes Mal, wenn eine Fassade eingeweiht wird, gibt es wieder Anlass, von der kreativen kulturvollen Seite unserer Stadt zu berichten. Und vielleicht interessiert diese Art Stadtgalerie irgendwann auch überregionale Künstler. Stellen Sie sich mal vor, Banksy oder Baselitz wären in Cottbus zu sehen! Und es müssen nicht nur Fassaden sein – warum nicht Kunst entlang des Ostseeradweges oder sogar Kunst auf dem Ostsee?“

Wo laufen solche geplanten Fassaden-Festivals gut? 

Gabi Grube: „So ein Festival der Kunstfassaden hat noch wenige Vorbilder. Und das ist ja auch eine Chance, was ganz Neues zu probieren. Viele Städte feiern mit temporären Lichtinstallationen, aber echte Fassadenkunst zu feiern, das wäre neu. Wir haben da noch nix fertig im Kopf – es ist halt die Idee dabei, Anlässe zu schaffen, zu denen die Fassaden in den Fokus genommen und gefeiert werden. Wie genau und wann, das ist noch nicht zu Ende gedacht. Wir sind ja erst einige Wochen am Start, erst seit Juni als Verein überhaupt arbeitsfähig.“

Was sind die größten Herausforderungen beim Umsetzen einzelner Gestaltungsprojekte? 

Gabi Grube: „Nun, es gibt viel Gesprächsbedarf mit Denkmalschutz- und Stadtplanungsfachleuten. Und das ist absolut gerechtfertigt, denn wir sind beileibe keine Banausen und können uns gut in deren Sorgen hineindenken. Aber uns kommt auch viel Wohlwollen entgegen und wir werden Kompromisse finden. Denn jede Zeit, jede gesellschaftliche Epoche will auch ihre Umgebung prägen. Und wir leben in einer Zeit, in der es darum geht, die Lausitz in eine kreative, kulturvolle und lebenswerte Zukunft nach der Kohle zu führen. Das sollte unserer Meinung nach Ausdruck im Stadtbild finden. Damit es eventuell der nächsten Generation denkmalwürdig erscheint. Denkmalschutz also weniger rückwärts, mehr vorwärts gedacht. Eine weitere, aber hoffentlich lösbare Herausforderung ist: Die Investitionsförderungen im Strukturwandel sehen bislang keine Anteile für Kunst vor. Auch darüber sollte man nochmal nachdenken. Kulturschaffende und Künstler sind ebenso ein Teil der zu fördernden Wirtschaft.“  

Partner der City-Offensive sind:

Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung Land Brandenburg (Vorsitz), Handelsverband Berlin-Brandenburg (HBB) e. V., Wissensnetzwerk Stadt und Handel (WSH) e. V./BTU Cottbus-Senftenberg, IHK-Ehrenamt, IHK Cottbus, Städteforum Brandenburg und die EDEKA-MIHA Immobilien-Service GmbH, Medienpartner Lausitzer Rundschau 

Weitere Informationen: 

www.cottbus.ihk.de/city-offensive

https://www.instagram.com/artfrontale/

Beitrag Lausitz-TV

www.lausitz-tv.de/mediathek/videos/1747/

 

Ansprechpartner

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