Perspektiven durch Kooperation

Drei Auszubildende bei der Übung an Schaltschränken. Bei der LEAG wird Ausbildung groß geschrieben.
© Rainer Weisflog
Drei Auszubildende bei der Übung an Schaltschränken. Bei der LEAG wird Ausbildung groß geschrieben.

Die Energieunternehmen E.DIS, enviaM und LEAG haben eine Zusammenarbeit bei der industriellen Aus- und Weiterbildung in der Lausitz beschlossen, um den Bedarf an Fachkräften gemeinsam zu sichern. Auf diese Weise wollen die Partner, die zusammen rund 13 000 Mitarbeiter und knapp 1100 Auszubildende beschäftigen, einen Beitrag zur Stärkung und zum Erhalt des Industrie- und Energiestandortes leisten und die Weichen für die Zukunft stellen. Die Kooperation basiert auf drei Handlungsschwerpunkten: eine gemeinsame berufliche Erstausbildung junger Menschen, eine gemeinsame Qualifizierung, Weiterbildung und Umschulung von Mitarbeitern für den Einsatz in neuen Beschäftigungsfeldern und eine gemeinsame mittel- und langfristige Personalplanung. Das Bündnis ist ausdrücklich offen für weitere Partner.

Berufliche Erstausbildung

Bei der beruflichen Erstausbildung soll die vorhandene Ausbildungsinfrastruktur gemeinsam genutzt werden. E.DIS verfügt in Brandenburg an der Havel, enviaM in Falkenberg/Elster und LEAG in Jänschwalde und Schwarze Pumpe über eigene Ausbildungsstätten, die für die anderen Unternehmen geöffnet werden. Vorerst ist im Ausbildungsjahr 2021/2022 eine gemeinsame Ausbildungsklasse für angehende Mechatroniker/-innen am LEAG-Ausbildungsstandort Jänschwalde vorgesehen.

„Junge Menschen sind heute sehr viel heimatverbundener als früher. Wir wollen ihnen als Energiewirtschaft noch attraktivere Ausbildungsperspektiven in Berufen bieten, mit denen sie die Energiewende und den Klimaschutz vor Ort voranbringen“, betont der scheidende enviaM-Personalvorstand und Arbeitsdirektor Ralf Hiltenkamp.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die gemeinsame Anpassung von Ausbildungsberufen an die künftigen Bedürfnisse der Energieversorgung. Sie sollen noch besser an die Weiterentwicklung der Energiewende von einer Strom- zu einer Wärme- und Verkehrswende und die dafür notwendige Digitalisierung angeglichen werden.

„Die jungen Menschen von heute sind die erste Generation der so genannten Digital Natives. Sie sind damit wie geschaffen, den Wandel der Energieversorgung voranzutreiben. Denn hier ist Digitalkompetenz besonders gefragt. Diese wollen wir durch die gemeinsame Neuausrichtung unserer Ausbildungsberufe gezielt fördern. Unser Anliegen ist es, ein Lernumfeld zu schaffen, in dem unsere Fach- und Führungskräfte von morgen ihre digitalen Fähigkeiten voll ausspielen und so die Energiewelt von morgen mitgestalten können“, unterstreicht die künftige enviaM-Personalvorständin und Arbeitsdirektorin Sigrid Nagl.

Qualifikation, Weiterbildung und Umschulung

Der Kernenergie- und Kohleausstieg verlangt neue Qualifikationen und eine damit einhergehende Weiterbildung und Umschulung von Beschäftigten. Dem wollen die drei Partner nachkommen, indem sie die bestehende Weiterbildungsinfrastruktur gemeinsam nutzen und weiterentwickeln.

„Lebenslanges Lernen ist für die Beschäftigten der Energiewirtschaft mehr denn je ein Muss. Die Neuausrichtung der Energieversorgung durch die Energiewende zwingt jeden Einzelnen, sich ständig weiterzubilden und sich bei Bedarf auch umschulen zu lassen. Wir verfügen über umfangreiche Qualifizierungsmöglichkeiten, die wir gemeinsam allen Mitarbeitern unserer Unternehmen zur Verfügung stellen wollen, um sie so noch besser für die Energiezukunft zu rüsten“, verdeutlicht die E.DIS Personalvorständin Daniela Zieglmayer.

Mittel- und langfristige Personalplanung

Die Neuausrichtung macht außerdem eine mittel- und langfristige strategische Personalplanung erforderlich, welche die drei Energieunternehmen künftig miteinander abstimmen wollen. Den Beschäftigten der LEAG sollen so neue Perspektiven und eine Anschlussbeschäftigung im eigenen oder Partnerunternehmen verschafft werden.

„Die LEAG ist ein modernes Energieunternehmen im Umbau. Wir werden uns in den nächsten Jahren mit einem wachsenden Anteil erneuerbarer Energien, der digitalen Steuerung und Vermarktung von Energieerzeugungsanlagen sowie mit Infrastruktur- und Servicedienstleistungen breiter aufstellen. Dafür brauchen wir hoch qualifizierte Mitarbeiter mit neuen Spezialisierungen“, sagt der Personalvorstand und Arbeitsdirektor der LEAG Jörg Waniek.

„Unsere Ausbildung ist gut darauf vorbereitet, junge Menschen fit für die Zukunft der Energiebranche zu machen. Durch die Partnerschaft wird sich unseren jungen Kollegen die Chance eröffnen, später hier in der Lausitz eine Zukunft bei Unternehmen zu finden, die ebenso wie wir bei der LEAG für gute Arbeit stehen“, so Waniek weiter.

Land lobt Fundament für die Zukunft

Die Zusammenarbeit begrüßt auch Wirtschaftsminister Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach: „Die ungewöhnliche Kooperation befördert die Strukturentwicklung in der Lausitz.“ Alle drei Unternehmen würden vorhandene Synergien gut nutzen und „in hohem Maße Verantwortung für ihre Beschäftigten übernehmen“.

Der Artikel erschien im FORUM 6/2021  - E.DIS, LEAG, enviaM

Das sich die LEAG stark macht für die Ausbildung junger Fachkräfte haben sie schon mehrfach bewiesen. Erst am 23. März wurden sie wiederholt mit dem IHK Siegel für exzellente Ausbildungsqualität ausgezeichnet. Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel www.cottbus.ihk.de/leag-siegel-exzellente-ausbildung.

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