Ausrufung der Frühwarnstufe des Notfallplans Gas

Update 03.05.2022:

Vom 03. bis 16.05.2022 fragt die Bundesnetzagentur Daten zum Gasverbrauch bei den ca. 2500 großen Letztverbrauchern von Erdgas ab. Dabei handelt es sich um Abnehmer mit einer technischen Anschlusskapazität von min. 10 MWh/h. Die Angaben helfen bei der Einschätzung der Lage und tragen zur besseren Entscheidungsfindung im Falle einer Gasmangellage bei. Aus den Abfrageergebnissen wird keine feste Reihenfolge zur Versorgungsreduktion abgeleitet (Quelle: BNetzA). Die Teilnahme an der Abfrage der Bundesnetzagentur sollte unbedingt erfolgen.

Ursprünglicher Artikel:

Per Pressemitteilung des BMWK wurde am 30.03.2022 die Frühwarnstufe des Notfallplans Gas in Deutschland ausgerufen. Die entsprechende Meldung finden Sie hier. Während der Frühwarnstufe ist die Versorgungssicherheit mit Erdgas in Deutschland weiterhin gewährleistet. Die aktuelle Lage der Gasversorgung wird derzeit in einem täglich aktualisierten Lagebericht der Bundesnetzagentur (BNetzA) veröffentlicht. Dort erhalten Sie auch weiterführende Hintergrundinformationen (u.a. im PDF-Dokument "Die Rolle der Bundesnetzagentur in einer Gasmangellage").

Der Notfallplan Gas sieht nach der Frühwarnstufe (Stufe 1) als nächsten Schritt die Alarmstufe (Stufe 2) und schließlich die Notfallstufe (Stufe 3) vor. In der Alarmstufe erfolgt noch kein hoheitlicher Eingriff in die Verteilung des Erdgases sondern es kommen ausschließlich marktbasierte Maßnahmen nach dem Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) zur Anwendung. Mit der Ausrufung der Notfallstufe übernimmt die Bundesnetzagentur als Bundeslastverteiler die Verteilung des verfügbaren Erdgases. Dabei greift sie dann auch auf Informationen zurück, die bei den jeweiligen Gasnetzbetreibern abgefragt werden. Diese sollen in die neu geschaffene Sicherheitsplattform Gas einfließen (siehe Pressemitteilung der BNetzA). Als Ultima Ratio kann in der Notfallstufe eine Reduzierung bzw. Abschaltung der Gasversorgung bei "nicht geschützten Kunden" erfolgen. Dabei handelt es sich in der Regel zunächst um Industriekunden, welche als Letztverbraucher über eine sog. "Registrierende Leistungsmessung" (RLM) verfügen. Festgelegte Kriterien bzw. Listen, nach denen eine mögliche Reduzierung oder Abschaltung erfolgen würde, existieren nicht. Dem Vernehmen nach würde in jedem Fall durch die BNetzA jeweils eine abgewogene Einzelfallentscheidung über Reduzierung oder Abschaltung der Erdgasversorgung anhand vielfältiger Kriterien getroffen werden.

Für einen Überblick über mögliche vorbereitenden Maßnahmen in Unternehmen sei an dieser Stelle auf die sehr ausführliche Checkliste der IHK Ostwürttemberg verwiesen. Diese finden Sie unter folgendem Link.

Ansprechpartner

Michael Rusch
Kompetenzfeld: Unternehmen begleiten
Schwerpunktthemen: Energie und Klimaschutz
t: 0355 365 1550
f: 0355 36526 1550
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