Möglichkeiten für den Einstieg ins Berufsleben

Ausbildung

Menschen mit einer Aufenthaltserlaubnis dürfen grundsätzlich ohne Einschränkungen eine betriebliche Berufsausbildung in Ihrem Unternehmen aufnehmen. Hier muss keine Besonderheit berücksichtigt werden.

Geduldete und Asylbewerber dürfen grundsätzlich mit Erlaubnis der Ausländerbehörde eine konkrete betriebliche Berufsausbildung in einem Unternehmen aufnehmen.

3 + 2 Regelung: Azubis mit Fluchthintergrund werden innerhalb einer bis zu 3 jährigen Berufsausbildung nicht abgeschoben. Bei einer anschließenden, sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung verlängert sich die Abschiebeaussetzung um bis zu 2 Jahre.

Einstiegsqualifizierung (EQ)

Geflüchtete, die noch nicht in vollem Umfang ausbildungsfähig sind (u. a. aufgrund von Sprachdefiziten), können Sie durch eine EQ an eine Ausbildung in Ihrem Betrieb heranführen. Die EQ wird durch die Agentur für Arbeit oder die Jobcenter gefördert. Voraussetzung dafür ist, dass Sie mit dem entsprechenden Teilnehmer einen Vertrag abschließen, in dem die Inhalte der EQ und die Höhe der Vergütung festgelegt werden. Außerdem dürfen Sie nicht schon zuvor eine EQ mit demselben Teilnehmer durchgeführt haben.

Den Vertrag und weitere Informationen bekommen Sie von uns, der IHK Cottbus. Wir beraten Sie gerne dazu. 

Praktikum

Geflüchtete können ebenso wie Deutsche oder EU-Ausländer Praktika absolvieren. Unter dem Begriff "Praktikum" können sich aber die unterschiedlichsten vertraglichen Verhältnisse verbergen. Daher ist hier sehr genau zu differenzieren, um was für eine Art Praktikum es sich handelt.

  • Pflichtpraktika im Rahmen einer Ausbildung sind in der Regel in der entsprechenden Vorschrift geregelt. Es kann sich dabei um eine schulrechtliche oder  hochschulrechtliche Bestimmung, eine Ausbildungsverordnung oder eine Regelung einer gesetzlich geregelten Berufsakademie handeln. Um ein Pflichtpraktikum handelt es sich auch, wenn das Praktikum Voraussetzung für die Anerkennung eines ausländischen Berufsabschlusses ist.
  • Ein Praktikum zur Berufsorientierung zielt darauf ab, erste Einblicke in die angestrebte berufliche Tätigkeit zu gewähren. Daher muss es einen Bezug zum angestrebten Beruf aufweisen. Orientierungspraktika sind üblich, wenn noch kein Berufsabschluss vorliegt, eine berufliche Umorientierung ansteht oder ein Abschluss in Deutschland nicht anerkannt wurde und nun eine neue berufliche Perspektive eröffnet werden soll.

Unterhalb des Mindestlohns können Praktika zur Berufsorientierung nur  für die Dauer von 3 Monaten vergütet werden. Bei Beschäftigungen, die länger andauern, ist der gesetzliche Mindestlohn von aktuell 8,84 € je Stunde zu zahlen.

Die Zustimmung der Ausländerbehörde ist erforderlich, es sei denn es liegt bereits eine Aufenthaltserlaubnis vor. 

Ansprechpartner

Antoniya Ewald
Kompetenzfeld: Menschen unterstützen
Schwerpunktthema: Willkommenslotse
t: 0355 365 1202
f: 0355 36526 1202
antoniya.ewald@cottbus.ihk.de