Maßnahmen zum Restart trotz Coronavirus - wieder erfolgreich wirtschaften

Symbolbild Corona-Virus
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Symbolbild Corona-Virus

Keine schnelle Erholung bei betroffenen Unternehmen erwartet 

06.05.2020 | Viele Betriebe stehen angesichts der weiteren geplanten Lockerungen in den Startlöchern, um schnell ihren Geschäftsbetrieb wieder aufzunehmen. Doch dafür brauchen sie Entlastungen, um die Corona-bedingten zusätzlichen Belastungen zu bewältigen.  Wie die Betriebe in Deutschland ihre aktuelle Lage einschätzen, zeigt die Vorab-Auswertung einer noch laufenden Unternehmensbefragung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Demnach stehen bei mehr als jedem dritten Betrieb in Deutschland die Geschäfte ganz oder in großen Teilen still.  Der DIHK-Präsident dämpft trotz der bevorstehenden Öffnungen allzu große Erwartungen an eine schnelle Erholung der betroffenen Betriebe. 

03.04.2020 | Blick auf Brandenburg: Der Saldo aus guten und schlechten Bewertungen der aktuellen Geschäftslage ist von plus 44 Punkten zu Jahresbeginn auf minus 17 Punkte abgerutscht, so das Ergebnis einer brandenburgweiten IHK-Umfrage zur wirtschaftlichen Lage unter 650 Unternehmen. 67 Prozent der Unternehmen rechnen in den kommenden Monaten aufgrund stark rückläufiger Nachfragen aus dem In- und Ausland mit einer schlechteren Geschäftslage. Die Hälfte aller befragten Unternehmen sieht ihre Zahlungsfähigkeit längerfristig und fast ein Drittel aktuell sogar als akut gefährdet. Schnelle, unbürokratische, direkte Zuschüsse durch Bund und Land werden von 74 Prozent der Befragten als dringend notwendig erachtet. 

IHK-Team Coronahilfe: 0355 365-1111, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Die IHK Cottbus zeigt Ihnen in nebenstehendem Merkblatt auf, welche Maßnahmen zur Verbesserung der wirtschaftlichen Lage und welche innerbetrieblichen Maßnahmen für Ihre Abläufe im Betrieb ergriffen werden können.

 

NEU: "Eck­punk­te des Kon­junk­tur­pa­kets: Co­ro­na-Fol­gen be­kämp­fen, Wohl­stand si­chern, Zu­kunfts­fä­hig­keit stär­ken" beschlossen

12.06.2020:
Die Bundesregierung hat ein umfassendes Corona-Konjunkturpaket beschlossen, u. a. eine befristete MwSt.-Absenkungen und neue Überbrückungshilfen für drei Monate. 
Wir behalten die geplanten Maßnahmen und deren Anwendung in Brandenburg im Blick, können derzeit jedoch lediglich auf den Inhalt des Koalitionsbeschlusses verweisen:
https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Schlaglichter/Konjunkturpaket/2020-06-03-konjunkturpaket-beschlossen.html

Das Programm für Überbrückungshilfen ermöglicht Stützungsmaßnahmen für kleine und mittelständische Unternehmen, die Corona-bedingt hohe Umsatzausfälle verzeichnen. Es gilt branchenübergreifend, berücksichtigt jedoch auch die spezifische Lage von besonders betroffenen Branchen. Das gilt unter anderem für Veranstaltungslogistiker, Schausteller, Clubs oder Reisebüros und viele weitere von anhaltenden Schließungen betroffene Unternehmen. Insgesamt sollen dafür 25 Milliarden Euro bereitgestellt werden.
Das Programm sieht für förderungsberechtigte Unternehmen einen Zuschuss zu den betrieblichen Fixkosten der Monate Juni bis August 2020 vor. Voraussetzung dafür ist ein Umsatzrückgang von durchschnittlich mindestens 60 % in den Monaten April und Mai 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Jüngere Unternehmen können auch spätere Vergleichszahlen vorlegen. Je nach Höhe der Umsatzrückgänge in den Monaten Juni bis August werden bis zu 80 % der Fixkosten übernommen. Die maximale Fördersumme liegt bei 150.000 Euro für größere Unternehmen und bei 9.000 bzw. 15.000 Euro für Kleinstunternehmen und Soloselbständige von bis zu fünf bzw. zehn Beschäftigten. Die Umsetzung in Brandenburg wird zeitnah veröffentlicht.
Weitere Informationen hier: https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/eckpunkte-fuer-das-konjunkturpaket.pdf?__blob=publicationFile&v=2

Nach erster vorläufiger Durchsicht uns vorliegender Informationen zeichnen sich folgende Aspekte bei der Überbrückungshilfe ab (ohne Anspruch auf Vollständigkeit, ohne Gewähr):
- elektronisches zweistufiges Verfahren
   1. Antragsstellung , mit Abschätzung Umsatzeinbruch April und Mai 2020, Umsatzprognose für Juni-August 2020, Fixkostenabschätzung für Antragszeitraum Juni-August 2020 zur Erstattung 
   2. nachträglicher Nachweis
- Steuerberater sind in beiden Stufen verpflichtend einzubinden
- Personalkosten sind pauschal mit 10% der Fixkosten ansetzbar
- Soloselbstständige/ Freie Berufe sind antragsberechtigt, öffentliche Unternehmen hingegen weiter ausgeschlossen
- Decklung bei Unternehmen mit bis 5 MA bei 9 TEUR, mit bis 10 MA bei 15 TEUR (angestellter GF = MA?), max. 
- Überbrückungshilfe fällt unter erweiterte Förderfähigkeit der Bundesregelung Kleinbeihilfen 2020 (nicht deminimis)
- Programmlaufzeit Juni bis August 2020 (ursprünglich mal bis Jahresende), Antragsfrist 31.08.2020
Weitere Informationen s. Download "Eckpunkte Überbrückungshilfen, Stand 12.06.2020" rechts auf dieser Seite.

 

 

"Aktion Mensch" bietet Neue Corona - Soforthilfe

Die „Aktion Mensch“ unterstützt Inklusionsunternehmen und Zuverdienstbetriebe, die durch die Corona - Pandemie in eine Notlage geraten sind.

18.05.2020: Durch die Förderung von Personal-, Honorar- und Sachkosten können u.a. die Krisen­koordination und das Management innerhalb eines Unternehmens unterstützt werden. Dazu gehört zum Beispiel die kurzfristige Ausrichtung auf andersartige Produkte bzw. Dienstleistungen. Aber auch Mehraufwendungen durch die Wiedereröffnung von Inklusionsunternehmen und Zuverdienstbetrieben können geltend gemacht werden. Die Förderquote beträgt max. 90% für bis zu 20.000 EUR.
Diese und andere Fördermöglichkeiten für betreffende Betriebe durch die „Aktion Mensch“ werden hier aufgezeigt:
https://www.aktion-mensch.de/foerderung/antrag/foerderfinder

 

Hilfsprogramme von Land und Bund

Hilfsprogramm des Landes Brandenburg

Vom 25. März bis zum 31. Mai 2020 waren Anträge auf Soforthilfe des Landes Brandenburg über die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) möglich.
https://www.ilb.de/de/corona-soforthilfe/index.html
Derzeit werden vom Bund weitere Unterstützungsmaßnahmen für Unternehmen vorbereitet, die über die Länder ausgereicht werden sollen.

Stand 02.06.2020:
Bis 31. Dezember 2020 sind in Brandenburg sind Soforthilfen für die Landwirtschaft abrufbar. Sie orientieren sich an den Soforthilfen Landes (bis 5 MA 9.000 EUR, bis 10 MA 15.000 EUR, bis 50 MA 30.000 EUR, bis 100 MA 60.000 EUR). Zuwendungsempfänger sind Betriebe der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei- und Aquakultur und des Gartenbaus, die in Corona-bedingte Liquiditätsprobleme geraten sind. Das Landesamt für ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung bearbeitet die Anträge:
https://mluk.brandenburg.de/mluk/de/start/service/foerderung/landwirtschaft/corona-2020-agrar-richtlinie/

Bei allen beantragten und erhaltenen Unterstützungsleistungen empfehlen wir jedem Unternehmen, die betrieblichen Situationen, Ereignisse, Entwicklungen und Absprachen in der Corona-Krisenzeit zu dokumentieren. Anfragen, Rückmeldungen mündlich wie schriftlich, Anträge auf Basis welcher Grundlagen und unter welchen Annahmen sowie den generellen Schriftverkehr sollten Sie zudem zeitlich wie inhaltlich nachvollziehbar archivieren. Zum einen für Sie, damit für spätere Aktivitäten die oft kurzfristigen und vielen Entscheidungen nachverfolgt werden können, zum anderen aber auch für mögliche Nachfragen und Prüfungen von amtlicher Seite.
Ein Beispiel, wertungsfrei und ohne Gewähr, lediglich als gedankliche Stütze:
https://www.lexware.de/artikel/corona-hilfen-so-vermeiden-sie-moegliche-rueckzahlungsforderungen/?chorid=04292553

Hilfsprogramme des Bundes

Stand 02.06.2020:
Bis 31. Dezember 2020 hat die Rentenbank gemeinsam mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ein Bürgschaftsprogramm für Liquiditätssicherungsdarlehen in der Landwirtschaft aufgelegt. Damit können die im Rahmen der Corona-Krise gewährten Liquiditätssicherungsdarlehen der Rentenbank jetzt auch bis 3 Mio. EUR verbürgt werden. Zudem werden Darlehen mit einer Laufzeit von bis zu 10 Jahren angeboten:
https://www.rentenbank.de/foerderangebote/landwirtschaft/corona-hilfen/


Der Bund hat das zwei Milliarden Euro schwere Hilfspaket für Startups weiter konkretisiert:

Säule 1 - 1,2 Milliarden EUR
Das Programm „Corona-Matching-Fazilität“ (CMF) wird über die KfW-Capital abgewickelt und richtet sich an private Wagniskapitalgeber. Die einzelnen Wagniskapitalfonds können die öffentlichen Mittel im Verhältnis von bis zu maximal 70 zu 30 (70=öffentliche Mittel, 30=private Mittel) matchen. VC-Fondsmanager können Anträge über folgenden Link stellen:
https://kfw-capital.de/corona-matching-fazilitaet/    

Säule 2 - 800 Millionen EUR
Direkthilfen für Gründer ohne Risikokapitalgeber. Die Abwicklung wird über die Förderbanken der Länder erfolgen, in Brandenburg somit voraussichtlich über die ILB. Die neuen Eigenkapitalhilfen für Startups müssen auf die bestehenden Förderprogramme abgestimmt werden, daher ist eine Beantragung frühestens ab Juni möglich.

Die Liquidität von Unternehmen wird ferner durch neue, im Volumen unbegrenzte Maßnahmen unterstützt. So bietet die KfW einen 100% haftungsbefreiten Schnellkredit für Betriebe ab 11 Mitarbeitende. Anträge sind bis 31.12.2020 über Ihre Hausbank möglich:
https://www.kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Aktuelles/KfW-Corona-Hilfe-Unternehmen.html

Sozialschutzpakete 1 + 2 sichern finanzielle Existenz: Selbstständige, deren Einnahmen für den Lebensunterhalt nicht mehr ausreichen, können auf die Sozialschutzpakete 1 + 2 setzen. Von der Grundsicherung, Hilfen bei der Kinderbetreuung bis zu Verbesserungen beim Arebitslosengeld:
https://www.bmas.de/DE/Schwerpunkte/Informationen-Corona/Sozialschutz-Paket/sozialschutz-paket.html
https://www.arbeitsagentur.de/m/corona-grundsicherung/

Zu Ihrer Sicherheit!
Bitte achten Sie bei der Online-Beantragung von Soforthilfen und ähnlichen Hilfsleistungen auf die Nutzung von „echten“ Web-Adressen oder Links von vertrauenswürdigen Quellen. Geben Sie möglichst die Internetadresse direkt händisch ein (z.B. www.ilb.de, www.kfw.de oder www.arbeitsagentur.de). In der Regel sind unmittelbar auf den Startseiten die aktuellen Unterstützungsangebote der Institutionen zu finden.


Infoportal corona.brandenburg.de

Auf der Internetseite https://kkm.brandenburg.de/kkm/de/ wird über aktuelle Entwicklungen rund um das Coronavirus informiert sowie über die Maßnahmen und Entscheidungen des Landes. Zudem werden dort wichtige Links, Dokumente und Informationen aus den Ministerien sowie von Fachinstituten gebündelt.