Kein Corona-Jahrgang auf dem Ausbildungsmarkt

Hoch hinaus geht es bei der Ausbildung bei EMIS electrics
© Foto: IHK Cottbus
Hoch hinaus geht es bei der Ausbildung bei EMIS electrics

Mehr gemeldete Ausbildungsstellen – etwas weniger Bewerber

Zum regulären Ausbildungsbeginn im August/September starteten wieder zahlreiche junge Bewerberinnen und Bewerber in das neue Ausbildungsjahr. Von Oktober 2019 bis Ende September 2020 meldeten sich insgesamt 3.333 Jugendliche bei der Agentur für Arbeit Cottbus, um bei ihrer Ausbildungssuche Unterstützung zu erhalten. Davon waren 325 Bewerber zum Stichtag 30.09.2020 noch ohne eine Ausbildung. Arbeitgeber meldeten der Agentur für Arbeit Cottbus 3.620 betriebliche Ausbildungsstellen, 89 mehr als in 2019. 531 Ausbildungsstellen blieben bis zum 30.09.2020 noch unbesetzt.

„Die systematische Berufsorientierung, Berufsberatung und Ausbildungsvermittlung musste in diesem Jahr aufgrund der coronabedingten Lage neue Wege gehen. Dies ist uns gut gelungen“, erklärt Heinz-Wilhelm Müller, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Cottbus. “Ich bitte jedoch alle Unternehmen, auch weiterhin aktiv die eigene Ausbildung zu bewerben und den jungen Menschen attraktive Angebote zu machen, um den eigenen Fachkräftebedarf zu decken.“

Knut Deutscher, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Cottbus zum Ausbildungsmarkt: „Das Handwerk steht trotz Corona-Pandemie zur eigenen Ausbildung von Fachkräften. Die Anbahnung neuer Ausbildungsverträge war besonders erschwert, weil Ausbildungsmessen, Berufsorientierung in Schulen und andere Formate ausfielen und der Kontakt zum Nachwuchs fehlte. Das Kennenlernen zwischen Bewerber und Betrieb und der Neuabschluss von Ausbildungsverträgen hängen im Vergleich zu anderen Jahren fast um zwei Monate nach. Doch das Handwerk holt auf. 685 Ausbildungsverträge konnten die Unternehmen mit Jugendlichen vereinbaren. Das sind etwas über zwei Prozent weniger, als im Vorjahr. Zugenommen hat die Ausbildungsbereitschaft für Jugendliche mit Förderbedarf und der Auszubildenden mit Migrationshintergrund. Es freut mich besonders, dass das Interesse an Bauberufen steigt. Aber: das große Lehrstellenangebot der Unternehmen wurde nicht ausgeschöpft. 221 Lehrstellen blieben unbesetzt, wobei der Landkreis Dahme-Spreewald den höchsten Bedarf an künftigen Fachkräften aufweist. Für junge Menschen in der Region ist noch alles möglich. Aktuell sind viele Lehrstellen für Anlagenmechaniker SHK, Elektroniker, Kfz-Mechatroniker oder Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk offen. Wichtig für Jugendliche: Eine Ausbildung kann auch noch im November oder Dezember begonnen werden. Die Angebote des Handwerks sind unter www.hwk-cottbus.de/lehrstellen  zu finden.“

Marcus Tolle, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Cottbus: „Trotz der Schwierigkeiten in diesem Corona-Jahr ist die Lage viel besser als erwartet. Aktuell verzeichnen wir 1505 neu abgeschlossene betriebliche Ausbildungsverträge, lediglich 1,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Ein deutliches Plus gibt es in den Bauberufen und im Handel, Rückgänge hingegen in den Büroberufen, den Hotel- und Gaststättenberufen und im naturwissenschaftlichen Bereich. Unsere aktuell 1048 Ausbildungsbetriebe stehen also zur Nachwuchssicherung. Und immerhin 71 Betriebe haben wir neu hinzugewonnen. Über 50 Lehrstellen noch für dieses und 270 fürs kommende Ausbildungsjahr sind in der IHK-Lehrstellenbörse unter www.ihk-lehrstellenboerse.de gelistet. 233 Verträge, rund fünf Prozent aller bei der IHK eingetragenen Ausbildungsverhältnisse, sind im Übrigen mit ausländischen Azubis abgeschlossen worden; sie kommen aus mehr als 30 Ländern. Hier wird deutlich, wie dringend die Unternehmen - trotz der bestehenden Unsicherheiten - Fachkräftenachwuchs suchen. Das IHK-Projekt HR-Desk unterstützt hier mit Serviceleistungen für Betriebe rund um das Thema Personalgewinnung."

 

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Janine Mahler
Kompetenzfeld: Zukunft gestalten
Schwerpunktthema: Kommunikation
t: 0355 365 2403
f: 0355 36526 2403
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