Vom Soldaten zum Unternehmer

Mathias Mende im Gespräch mit Ionela Luca
© Christin Müller, Frame Design Mende e. K.
Mathias Mende im Gespräch mit Ionela Luca

Mathias Mende (41) ist seit 2011 Inhaber von Frame Design Mende e. K., gegründet aus einer Unternehmensnachfolge. Sein Unternehmen bietet Rahmen in allen Variationen an. Hinzu kamen weitere Geschäftsbereiche wie Insektenschutzfenster- und türen, seit 2018 die CNC-Bearbeitung und er gründete gemeinsam mit drei Hamburger Geschäftspartnern eine Vertriebsfirma im E-Commerce-Bereich.

„Angefangen habe ich 2011 ganz allein. Ich kam 1999 zur Bundeswehr, startete dort die Offiziers-Laufbahn als „Soldat auf Zeit“ für zwölf Jahre. Mir war eigentlich schon damals klar, dass ich das nicht mein ganzes Leben machen will. Parallel zu meinem Wirtschaftsstudium habe ich damals ehrenamtlich Veranstaltungen organisiert, gemeinsam mit einem Team. Da erkannte ich schon, dass mir das Or- ganisieren liegt. Auch bei der Bundeswehr habe ich über meinem normalen Job hinaus viel Verantwortung übernommen“, erzählt Mende. 

Schon damals merkte er, dass er gern etwas Eigenes auf die Beine stellen wolle, ihm fehlte bis dahin nur die Idee. Wie es der Zu- fall wollte, traf er sich damals gemeinsam mit Kollegen mit einem Lieferanten, um über ein Einkaufsprojekt zu sprechen. „Dass er mir im zweiten Satz sein Unternehmen angeboten hat, damit habe ich natürlich nicht gerechnet. Umso überraschter war er, als ich sagte, dass ich mir das tatsächlich anschauen werde“ lacht Mende. Trotz Euphorie war er dennoch skeptisch, sprang aber ins kalte Wasser. Denn er brachte alles mit: vor allem Ideenreichtum und die nötige Risikobereitschaft. So war er nebenberuflich einmal wöchentlich in der Firma, hat dann vorbereitende Kurse absolviert, um seine Schwächen auszugleichen, die er noch in sich gesehen habe. Auch wenn er anfangs allein begann, erhielt er durch sein privates, breit gefächertes Netzwerk jede Menge Unterstützung. Er übernahm damals nur Fragmente des Unternehmens, das damals noch ausschließlich auf den stationären Handel setzte. Mit der Grundlage und den Erfahrungen, die er dort sammeln konnte, entwickelte er sein eigenes Geschäftsmodell.

„Mir war klar, dass wir langfristig nur wachsen können, wenn wir den E-Commerce-Weg gehen, was wir 2013 dann auch mit Hilfe der IHK Cottbus umgesetzt haben. Wir haben ständig neue Ideen und versuchen neue Wege zu gehen, halten die Augen offen, um neue Dinge zu integrieren, auf- zugreifen und in unser Business einfließen zu lassen“, sagt Mathias Mende stolz.

Corona-Krise

Wie unzählige andere Unternehmen, ist auch Mendes Firma von der Pandemie geprägt. „Wir haben zwar die glückliche Situation, dass wir genügend Aufträge haben, aber wir haben eben eher mit anderen Sachen zu kämpfen. Zum einen stiegen die Materialkosten ins Unermess- liche, was eine Kalkulation wirklich schwierig machte. Teilweise waren während der Corona-Zeit manche Materialien gar nicht mehr verfüg- bar.“ Als die Nachfrage wieder stieg, kam das Unternehmen in Bedrängnis, weil ein Großteil der Mitarbeitenden ihre Kinder betreuen musste. Mende hat ein sehr junges Team, es gibt viele Kinder, die normalerweise in Kindergärten oder Schulen gehen. Und so brach ein Großteil seiner Belegschaft einfach weg. Das Team wollte es aber gemeinsam schaffen und begann, sich neu zu organisieren. Es gestaltete sich schwierig, in so kurzer Zeit neue Mitarbeiter zu finden, die die Ausfälle erst einmal auffangen konnten. Und als nach und nach neue Mitarbeiter hinzukamen, stand Mende vor der Herausorderung, diesen neuen, großen Pool an Mitarbeitenden einzuarbeiten. „Das abzudecken war wirklich schwierig, wenn man selbst am Limit arbeitet und zu Hause auch zwei Kleinkinder zu betreuen hat. So blieben bestimmte Dinge eben einfach auf der Strecke. Hier den Spagat zu finden, war für alle Teammitglieder wirklich schwierig. Und niemand wusste, wie lange die Situation bestehen bleiben würde. Wir haben uns dann gesagt, dass wir daraus einfach das Beste machen müssen, auch wenn es schwierig wird“, sagt der Chef.

 

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Dosseh Bruce ist die Frohnatur im Unternehmen.

Jedem eine Chance geben 

Mendes Firmenphilosophie ist es, jedem eine Chance zu geben, egal aus welcher Branche er kommt, egal aus welchem Land. „Wir sehen einfach das Potenzial in den Leuten und versuchen, sie zu entwickeln, unabhängig von dem, was die Leute jetzt mitbringen. Und das motiviert die Leute, es eröffnet Chancen. Sicherlich ist es nicht immer ein einfacher Weg, weil es oft zu Rückschlägen kommt. Aber es ist spannend zu sehen, was man aus Leuten, die andere unterschätzen, auch machen kann. Mir macht es total Spaß, sie zu begleiten und man ist doch stolz darauf, wenn man dann sieht, dass ein Zimmermann, der nie Personalverantwortung hatte, plötzlich ein Team von 15 Leuten führt“, so der Firmenchef stolz.

Verschiedene Nationalitäten

Mende beschäftigt bei sich Mitarbeitende verschiedenster Nationalitäten. „Ich finde das total spannend. Ich selbst bin ziemlich viel rumgekommen. Ich hatte auf all meinen Wegen mit den verschiedensten Nationalitäten zu tun und für mich ist das eigentlich was ganz normales. Ich beschäftigte mich mit interkulturellem Management und kenne die Stärken und Schwächen der verschiedenen Kulturen. Die verschiedenen Nationalitäten bringen einfach einen Mehrwert mit sich. Als sich bei uns der erste ausländische Mitarbeiter beworben hat, fand ich das total spannend und habe mich sehr gefreut, weil es einfach eine andere Sicht ins Unternehmen bringt. Bei uns bewarb sich Dosseh Bruce aus dem Togo, Westafrika, der schon einige Jahre in Deutschland lebte. Er wusste, auf was es ankommt und das Erste, was er mir sagte war ‚Ja, Chef, keine Sorge - ich immer pünktlich!‘.“ Mende freut sich sehr, diese Frohnatur ins Unternehmen geholt zu haben. Er lächele immer und habe immer einen guten Spruch parat. Dosseh Bruce: „Das Team bei Frame Design hat mich vom ersten Tag an super aufgenommen. Ich war immer arbeiten und brauche die sozialen Kontakte, spiele leidenschaftlich gern Fußball in Herzberg, liebe meinen Job und hoffe, dass es im Unternehmen immer weiter geht.“

 

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Zusammenhalt wird bei Frame Design Mende groß geschrieben.

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Ronny Wolter
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