Energiewende-Barometer: Brandenburgs Unternehmer bleiben umweltbewusst

Brandenburger Unternehmer haben in den vergangenen zwei Jahren intensive Klimaschutzmaßnahmen ergriffen.
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Brandenburger Unternehmer haben in den vergangenen zwei Jahren intensive Klimaschutzmaßnahmen ergriffen.

08.12.2020 Das Engagement der brandenburgischen Unternehmen im Klimaschutz ist trotz Corona-Krise ungebrochen, sie investieren und planen weiterhin entsprechende Maßnahmen. Die nationale und europäische Energie- und Klimapolitik beeinflusst zunehmend ihr Handeln. Neben Energie- und Umweltmanagementsystemen findet auch die Erfassung der CO2-Emissionen zunehmend Anwendung in der unternehmerischen Praxis. Das zeigt das „Energiewende-Barometer“ der Brandenburger Industrie- und Handelskammern. Unternehmerinnen und Unternehmer im IHK-Ehrenamt werden darin jährlich zum Fortschritt der Energiewende und zur aktuellen Klima- und Energiewendepolitik befragt. 

 „Weniger Abgaben auf den Strompreis, schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren und die Integration Erneuerbarer Energien in Verbindung mit einem starken Netzausbau sehen die Unternehmen als zentrale Herausforderungen für die nächsten Jahre an“, sagt Peter Kopf, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft der Brandenburger IHKs. „Der Trend auf Erneuerbare Energien umzusteigen, wird sich auch wegen der neuen CO2-Bepreisung verstetigen.“

Zum 1. Januar 2021 startet im Rahmen des Brennstoffemissionshandelsgesetzes (BEHG) die nationale CO2-Bepreisung von zunächst Diesel, Benzin, Heizöl und Erdgas. Darin sieht allerdings nur die Hälfte der befragten Unternehmen ein geeignetes Instrument für den Klimaschutz. Über 50 Prozent fordern auch Kompensationen und finanzielle Unterstützung für ihre Branche, damit sie weiterhin international wettbewerbsfähig bleiben. Mit dem CO2-Preisrechner der IHK-Organisation können Unternehmen ermitteln, auf welche Mehrkosten sie sich einstellen müssen: www.ihk.de/co2-preisrechner.

Die Investitionen in Energieeffizienzmaßnahmen sind bei den Unternehmen anhaltend hoch. Über 90 Prozent der befragten Unternehmen führten entsprechende Maßnahmen in diesem Jahr durch. Investitionen in konventionelle Energieversorgungsanlagen bleiben weiter rückläufig. Zunehmend planen Unternehmen auch stärker die Nutzung und den Einsatz von Wasserstoff sowie die Anschaffung von Elektrofahrzeugen mit entsprechender Ladeinfrastruktur.

 Antje Vargas, Vorstand der GeoClimaDesign AG in Fürstenwalde/Spree: „Die Energiewende trägt positiv zu unserem Geschäftsmodell bei. Als Hersteller von Kapillarrohrmatten, einem Schlüsselprodukt zum CO2-freien Heizen und Kühlen von Gebäuden sind wir Teil der deutschen Technologieträger für Klimaneutralität im Gebäudesektor. Hier ist durch die CO2-Bepreisung von fossilen Brennstoffen viel zu tun. Außerdem kümmern wir uns um den CO2 Fußabdruck unserer Produkte. Unentwegt optimieren wir unsere Produktion in Richtung effizientere Energieverwendung. Wir haben uns entschlossen, uns in diesem Jahr an einem Energieeffizienznetzwerk zu beteiligen. Davon versprechen wir uns weitere Ansätze für klimafreundliche Investitionen in unserem Unternehmen.“ 

Detlef Siebert, Founder & CTO der SEtrade GmbH in Potsdam: „Die Energiewende muss viel flexibler werden: Wichtig ist ein klares politisches Bekenntnis zum Aufbau von Speichern. Und es muss Klarheit herrschen über Netzentgelte, Steuern und Abgaben. Das braucht es zum Beispiel zur EEG-Umlagebefreiung für grüne Wasserstoff-Elektrolyse-Anlagen aus Erneuerbaren Energien, auch für Anlagen die älter als 20 Jahre sind. Ansonsten droht bei Letzteren eine Stilllegungswelle.“

Oliver Schwarz, Geschäftsführender Gesellschafter Vakuplastic Kunststoff GmbH & Co. KG in Schönefeld: „Energiewende ein Wunschtraum - wir als Kleinunternehmen im Kunststoffverarbeitungsbereich würden uns gerne an der Energiewende beteiligen, benötigen dafür aber Zuschüsse oder zumindest zinslose Darlehen, um in der Übergangsphase wettbewerbsfähig gegenüber allen anderen Ländern zu bleiben. … und das Ganze ohne bürokratischen Mehraufwand wie bei anderen Förderungen.“

 

 

 

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