Brexit: Jetzt wird es ernst!

EU-Flagge mit fehlendem Puzzleteil
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EU-Flagge mit fehlendem Puzzleteil

Der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union ist beschlossene Sache.

Seit dem 1. Februar 2020 ist Großbritanien nicht mehr Mitglied der Europäischen Union. Bis einschließlich 31.12.2020 gibt es eine Übergangsphase, in der alles so bleibt wie es bisher war. Diese Übergangsphase wird nicht verlängert.

Webinar: Startklar für den Brexit - Was Unternehmen jetzt wissen müssen

Am 1. Dezember 2020 von 10 bis 13 Uhr können sich Unternehmen über die bisher bekannten Änderungen rund um das Thema Brexit in einem Webinar zu informieren. Dabei wird es  um die Entwicklungen im Warenverkehr (sowohl Ausfuhr aus der EU als auch Einfuhr) mit UK gehen , mit Nordirland, um das Freihandelsabkommen, Umsatzsteuerregistrierung, CE-Kennzeichnung , Veränderungen für Hersteller, Importeure und Händler im Bereich Elektrotechnik und Maschinenbau. Auch welche Vorkehrungen Transportunternehmer treffen müssen, wird an dieser Stelle erklärt. Die Registrierung für das Webinar erfolgt bei der IHK Potsdam unter diesem Link.

Warenverkehr

Ab dem 1. Januar 2021 wird (fast) alles anders . Auch bei Abschluß eines Abkommens , über das noch immer verhandelt wird, wird sich das zukünftige Verhältnis der EU zum Vereinigten Königreioch grundlegend wandeln.  Ab diesem Termin wird es eine Zollgrenze geben. Großbritanien verläßt die Zollunion und den Binnenmarkt, und kann somit die vielen Vorteile, die der Binnenmarkt mit sich bringt, nicht mehr nutzen. Ab diesem Termin wird Großbritanien als Drittland behandelt . Bisher werden von beiden Seiten sowohl von der EU als auch von GB ausformulierte Entwürfe für ein Abkommen vorgelegt. Besonders umstellen müssen sich Unternehmen , die bisher ausschließlich im EU-Binnenmarkt tätig sind.  Im Entwurf für ein Freihandelsabkommen wird benannt, dass es keine mengenmäßigen Beschränkungen ( Kontigente ) und keine Zölle geben soll. Das Ziel ist , technische Handelshemmnisse zu verhindern / zu beseitigen. Problematisch wird die gegenseitige Anerkennung von Konformitätsbewertungen .  Alle Produkte aus Großbritannien, für die eine Zulassung für das In-Verkehrbringen erforderlich ist, beispielsweise ein CE-Kennzeichen, verlieren ihre Zulassung. Der Importeur muss sich u.U. selbst um eine Zulassung in der EU bemühnen. Umgekehrt gilt dieses für den Export von EU-Produkten nach Großbritannien ebenfalls. Eine weitere Hürde im Warenverkehr könnte die Anordnung von Mengenbeschränkungen zum Bsp. bei Marktordnungswaren werden.                                                                                                                                     

Unabhängig vom Ergebnis der Verhandlungen über ein Abkommen steht fest, dass es auf jeden Fall bei Warenlieferung über die Grenze Zollabfertigungen geben muss, sowohl beim Ausgang aus der EU als auch eine Einfuhrabfertigung in GB. Die IHK Cottbus gibt den Unternehmen den Tipp , die letzte Zeit bis zum endgültigen Austritt für weitere Vorkehrungen zu nutzen. Denken Sie vor allem daran, Dienstleistungs-Arbeits-Handelsvertreterverträge sowie Lieferverträge  mit den Lieferbedingungen zu überprüfen. Unternehmen, die in ihren Waren Ursprungswaren aus GB  verarbeitet  haben, benötigen eine neue Ursprungskalkulation, da Waren aus GB keine EU-Waren mehr sind und folglich nicht mehr präferenzberechtigt. 

In einem Zoll-Leitfaden informiert die Generaldirektion Zoll und Steuern die Unternehmen über die Auswirkungen der neuen Grenze für den Warenverkehr.  Unter www.zoll.de finden Sie weitere Hinweise zm Warenverkehr mit GB.

Marktzugangsdatenbank 

Der DIHK empfiehlt betroffenen Unternehmen, sich mit Hilfe der Online-Brexit-Checkliste des DIHK vorzubereiten.  

Auswirkungen auf Geschäftsbeziehungen mit Brandenburg

Großbritannien gehört nach wie vor zu den TOP 10 der Auslandsmärkte der Brandenburger Wirtschaft (Platz 8). Circa 300 Brandenburger Unternehmen mit einem Exportvolumen von fast 450 Millionen Euro halten Geschäftsbeziehungen zu britischen Firmen. Dennoch beträgt der Anteil der Ausfuhren von Brandenburg nach Großbritannien gemessen an Brandenburgs Gesamtausfuhren nur ca. 3,5 Prozent, so dass direkt für die Brandenburger Wirtschaft insgesamt keine nennenswerten Auswirkungen des Brexit bestehen.                                                                                                                                                                                      Seit dem Referendum im Sommer 2016 gab es für die Brandenburger Exportwirtschaft mit Großbritannien keine nennenswerten Umsatzeinbrüche. Die Ausfuhren sind nahezu gleich geblieben. Die Einfuhren aus Großbritannien nach Brandenburg konnten sogar um ca. 10 Prozent gesteigert werden, was auf das schwache Pfund zurückzuführen ist.Doch der Anteil des Ausfuhrumsatzes nach am Gesamt-Ausfuhrumsatz einzelner betroffener Unternehmen ist unterschiedlich hoch und beträgt bei manchen Firmen zwischen 20 bis 40 Prozent. Insofern kann der Brexit einen großen negativen Einfluss auf  einzelne betroffene Unternehmen haben. 

Hauptausfuhrgüter Südbrandenburgs nach Großbritannien

  •  Nahrungs- und Futtermittel (Exportrückgang 2017 vs. 2016 17 %)
  •  Chemische Erzeugnisse
  •  Gummi- und Kunststoffwaren
  •  Datenverarbeitungsgeräte, elektrische und optische Erzeugnisse (Rückgang fast 79 Prozent)
  •  Maschinen
  •  Metallerzeugnisse und Eisenwaren
  •  Elektrische Ausrüstungen, Elektrotechnik (Rückgang 17 Prozent)
  •  Kraftwagen und Kraftwagenteile (Rückgang 38 Prozent)
  •  Holz und Holzwaren, Möbel
  •  Papier, Pappe und Waren daraus
  •  Besonders eng mit Großbritannien verflochtene Branchen aus der Region sind jedoch die Luft- und Raumfahrt. 

Brexit und Zoll – Was ist zu beachten

In die Berechnung des EU-Ursprungs fließen sie dann als Vormaterial ohne Ursprungseigenschaft. Demnach sollten     Ursprungskalkulationen nach dem Brexit neu berechnet werden. Unter Umständen könnte es passieren, dass Waren, deren Anteil an GB-Waren sehr hoch ist, keinen präferenziellen Status mehr erhalten.

 Am 19.05.2020 hat das Vereinigte Königreich einen neuen Zolltarif veröffentlicht, der ab 01.01.2021 weltweit gelten soll. Dieser Zolltarif entspricht weitgehend dem EU-Zolltarif und kann hier abgerufen         werden.

  Weiterführende Informationen:

  GTAI - Brexit Special

  BAFA 

  Zoll

  Europäische Kommission - Zollleitfaden für Unternehmen 

  Bundesregierung

  Bürgertelefon BMAS 

  DIHK Newsletter Brexit

 Außenhandelskammer in London

Ansprechpartner

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t: 0355 365 3403
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