24. Tourismus-Barometer des Ostdeutschen Sparkassenverbandes

Tourismus Barometer - Collage IHK Cottbus
© Andreas Franke / Sparkasse
Tourismus Barometer - Collage IHK Cottbus

Berlin/Potsdam, 4. März 2021: Die Corona-Krise hat die gute Entwicklung des Tourismus in Ostdeutschland der vergangenen Jahre ausgebremst und die Betriebe und Freizeiteinrichtungen zum Teil schwer beeinträchtigt. Aktuelle Ergebnisse des Sparkassen-Tourismusbarometers hat der Geschäftsführende Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes, Dr. Michael Ermrich, am Donnerstag auf dem OSV-Pre-Opening der digitalen Internationalen Tourismusbörse vorgestellt.

Die Touristiker wollen mit den Themen Gesundheit und Sicherheit (Hygienekonzepte), Outdoor und Natur (Besucherlenkung) bei den Gästen punkten. Weiterhin ist es den Gästen wichtig verlässliche Informationen (Content) und Flexibilität/Kurzfristigkeit (flexible Buchungs- und Stornierungsbedingungen) zu erhalten. 

Hohe Umsatzausfälle

Zwischen März und Dezember 2020 beklagen die ostdeutschen Destinationen einen Umsatzausfall von                6,7 Mrd. Euro (bundesweit 68,7 Mrd. Euro). Der Tages- und der Übernachtungstourismus sind davon insgesamt fast gleichermaßen betroffen.

In einem Normaljahr besuchen annähernd 500 Mio. Tagesgäste die neuen Länder, 2020 waren es mit 420 Mio. rund 14 Prozent weniger, bundesweit betrug der Rückgang sogar 19,1 Prozent. Auch die ostdeutsche Freizeitwirtschaft büßte mit einem Rückgang von 39 Prozent weniger ein als bundesweit (41 Prozent).

Rückgang der Übernachtungen

Ostdeutschland verzeichnete im vergangenen Jahr 64,1 Mio. Übernachtungen, 29 Prozent weniger als 2019 und so wenig wie 2005. Deutschlandweit betrug der Rückgang sogar 39 Prozent.

In Brandenburg sank die Nachfrage 2020 um 27,5 Prozent (ggü. 2019) auf 10,1 Mio. Übernachtungen. Sachsen zählte 2020 13,5 Millionen Übernachtungen (- 34,9 Prozent ggü. 2019).

2020 gibt es keine „Krisen-Gewinner“ im Deutschland-Tourismus. Allerdings sind einige Destinationen weniger stark betroffen. Unter den bundesweit zehn Destinationen mit den geringsten Rückgängen liegen allein sieben in Ostdeutschland.

Marktsegmente unterschiedlich betroffen

Alle Segmente mussten 2020 im Vergleich zum Normaljahr 2019 Übernachtungsrückgänge hinnehmen. Gefragt waren „autarke“ Anbieter.  Den geringsten Rückgang sieht das Tourismusbarometer beim Camping/Caravaning (- 5 Prozent) und bei Ferienwohnungen/Ferienparks (- 17 Prozent). Besonders betroffen waren Gruppenunterkünfte (- 60 Prozent), aber auch Gasthöfe/Pensionen hatten deutliche Einbußen (- 33 Prozent) ebenso wie Hotels/Hotels garni (- 48 Prozent).

Herausforderungen beim Neustart

Die Betriebe brauchen Planungssicherheit. Im Jahr 2020 hatten sie im Durchschnitt rund 100 Tage geschlossen, an fast genauso vielen durften sie nur mit Einschränkungen öffnen. Nur etwa 6 Monate blieben, um den gesamten Jahresumsatz zu erwirtschaften.  Betriebe müssen ihre Liquidität sichern. Umsatzeinbußen und zusätzliche Kosten für Hygienekonzepte und coronabedingte Einschränkungen belasten.

Qualifizierte Fachkräfte sollten gehalten werden. Etwa sechs von zehn Betrieben befürchten Mitarbeiterabwanderungen und knapp sechs Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben bereits 2020 ihre Beschäftigung aufgegeben, trotz Kurzarbeitergeld.

Die Qualität der Angebote muss erhalten bleiben, trotz fehlender Mittel für Investitionen. Mehr als drei Viertel der Gastronomiebetriebe und mehr als zwei Drittel der Beherbergungsbetriebe geben an, in den nächsten Jahren keine Investitionen tätigen zu können. In der Freizeitwirtschaft sind es rund 45 Prozent.

Viele Betriebe benötigen ergänzend zu den Hilfen von Bundes- und Landesregierungen und Soforthilfen zusätzlich Überbrückungskredite. Das Beherbergungsgewerbe (42 Prozent) ist davon am stärksten betroffen. Aber auch jeder dritte Gastronomie- und jeder vierte Freizeitbetrieb ist auf zusätzliche finanzielle Mittel angewiesen. Solche Schulden stehen aber Investitionen entgegen.

Das YouTube-Video zum Tourismusforum finden Sie HIER.

Weitere Informationen zum Tourismus Barometer des Ostdeutschen Sparkassenverbandes finden Sie HIER.

Ansprechpartner

Claudia Brüschle
Kompetenzfeld: Unternehmen begleiten
Schwerpunktthema: Tourismus
t: 0355 365 1403
f: 0355 36526 1403
claudia.brueschle@cottbus.ihk.de